Auf dem Genfer Autosalon geht es traditionell immer etwas feiner zu als auf anderen Automessen, die Luxushersteller tragen am Lac Léman gern dick auf. Doch diesmal zeigt sich der Salon am Puls der Zeit. Die Autos am anderen Ende der Produktpalette sind 2014 die eigentlichen Stars der Messe. Eine ganze Riege von Kleinstwagen tritt vom 6. bis 16. März in Genf an, um vor allem die Herzen jüngerer Käufer zu erobern.

Zwar fehlt mit dem Smart Fortwo das – zumindest aus deutscher Sicht – wohl wichtigste neue 2014er-Modell der Kleinstwagenklasse, doch mit der Neuauflage des Renault Twingo steht zumindest schon mal der nächste Verwandte des Daimler-Stadtmobils in Genf. Der Franzose teilt sich die Technik mit der neuen Smart-Familie und hat den Charme zurückgewonnen, der beim Übergang von der legendären ersten zur biederen zweiten Generation verloren gegangen war. Bei gerade mal 3,60 Metern Länge verspricht der Fünftürer dank des vom Smart übernommenen Heckantriebs viel Platz im Innenraum. Mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten (Karosseriefolien, Zubehör-Accessoires) will Renault eine an Lifestyle-Autos interessierte Klientel ansprechen.

Nicht weniger individualisierbar gibt sich das Trio der baugleichen Modelle Toyota Aygo, Citroën C1 und Peugeot 108, die nach fast neun Jahren Bauzeit erneuert werden. Neben einer großen Auswahl an Design-Optionen gibt es alle drei künftig auch als eine Art Cabrio mit modischem Rolldach, den Peugeot kann man sogar mit Hahnentritt-Muster auf dem Blech bestellen.

Vorbild für alle vier neuen Kleinstwagenmodelle dürfte der Fiat 500 sein, der als erster den Lifestyle-Gedanken in der Mini-Klasse zu Ende gedacht hat. Ob Renault, Citroën, Peugeot und Toyota auch der ambitionierten Preispolitik der Italiener folgen, ist aber fraglich. Wahrscheinlicher ist eine Positionierung im untersten Preissegment, bei weniger als 10.000 Euro.

Kein Genfer Salon ohne Luxuskarossen

Deutlich mehr dürften zwei neue Crossover-Minis kosten: der Opel Adam Rocks als kernige SUV-Cabrio-Version des Stadtflitzers und das Mini-SUV von Jeep, das eine neue Kantigkeit in das von niedlichen Formen bestimmte Segment bringen will. Selbst der etwas kargere Suzuki Celestio, das neue Kleinwagenmodell der Japaner, trägt in Genf etwas Offroad-Beplankung für die optische Wirkung.

Trotz der vielen Kleinwagen hat der Genfer Salon aber seine Luxustradition nicht aufgegeben. Auch wenn das Angebot an Nobelautos neben dem bunten Allerlei der Knirpse ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirkt – natürlich gibt es sie noch. Zu Preisen, für die man zehn Kleinwagen bekommt. Prominester Starter in der Edelliga ist das 5,03 Meter lange S-Klasse Coupé von Mercedes-Benz. Es hat sich noch deutlicher als der Vorgänger vom repräsentativen Viertürer entfernt und positioniert sich dezidiert sportlich. Als technisches Schmankerl haben die Ingenieure dem Fahrwerk eine neuartige Kurvenneigefunktion verpasst, die bei Kurvenfahrten die Fliehkräfte ausgleicht und den Fahrkomfort deutlich verbessern soll. In der zweiten Jahreshälfte kommt das V8-Coupé zu Preisen von mindestens 120.000 Euro zu den Händlern.

Zu den exklusiven Fahrzeugen am Genfer See zählt auch der Mittelmotor-Sportwagen McLaren 650S – der Name spricht Bände: Der V8-Motor liefert 650 PS. Außerdem präsentiert Ferrari den technisch gelifteten California T, und Lamborghini schickt den Huracán als Nachfolger des Gallardo mit 610 PS ins Rennen. Jeder dieser Wagen natürlich etwas für Autofans mit gut gefülltem Bankkonto.