Welch' Erinnerungen werden bei älteren Autofans wach, wenn sie zwei Buchstaben lesen: DS. 20 Jahre lang, von 1955 bis 1975, fertigte Citroën das gleichnamige Kultauto. Zum Kult trug natürlich das Wortspiel mit dem französischen Wort "déesse" (Göttin) bei. Seit 2010 ruft der französische Autobauer die guten Geister der Vergangenheit wieder wach. Die DS-Modelle des 21. Jahrhunderts haben mit der Ikone zwar wenig gemein, abgesehen vom Kürzel. Aber zumindest eine extravagante Linienführung: Unter dem Namen DS präsentiert Citroën jetzt all jene Modelle, die von der Norm der diversen C-Reihen abweichen und eine besondere Form tragen.

Die kleineren Modelle DS3 und DS4 verkaufen sich gut, doch der Erfolg des größten und teuersten DS ist alles andere als göttlich. Vor allem die Deutschen trauen sich nicht so recht an den DS5 heran. Von dem 4,53 Meter langen Fünftürer wurden weltweit schon 53.000 Stück verkauft, aber nur recht wenige hierzulande – die Phalanx der deutschen Marken scheint auf deren Heimatmarkt in der Mittelklasse schwer zu knacken.

Jetzt versucht Citroën, der hiesigen Konkurrenten mit einer neuen Motorisierung Kunden abspenstig zu machen. Der DS5 kommt im April mit dem saubersten Diesel seiner Klasse, und er hat zudem an Kraft zugelegt und bietet so mehr Fahrspaß. Der BlueHDi 180 ist ein zwei Liter großer Selbstzünder mit Turbo und Direkteinspritzung, und die drei Ziffern verweisen auf die Leistung: 133 kW (180 PS) treiben die Kombilimousine auf bis zu 220 km/h.

Die sonst so problematischen Emissionen eines starken Dieseltriebwerks bekämpft der DS5 BlueHDi 180 gleich mit drei Systemen. Ein Oxidationskatalysator rückt den Kohlenwasserstoffen und dem Kohlenmonoxid (CO) zu Leibe. Dann wird die Zusatzflüssigkeit Adblue auf Harnstoffbasis eingespritzt, die die gefährlichen Stickoxide (NOx) in Wasserdampf und harmlosen Stickstoff umwandelt. "Bis zu 90 Prozent NOx werden vernichtet", sagt Produktmanager Alain Joseph. Das System ist von Mercedes-Modellen – vor allem von Lkw – her bekannt und hat jetzt auch seinen Weg nach Frankreich gefunden. Zuletzt beseitigt ein Dieselfilter die vermutlich krebserregenden Partikel zu fast 100 Prozent.

Damit erfüllt die neue DS5-Version die Abgasnorm Euro 6. Bei ersten Tests fährt also das gute Gewissen mit – zumal Citroën den Verbrauch laut Normzyklus auf 4,4 Liter pro 100 Kilometer drücken konnte. Das ist durchaus beachtlich für einen starken und gut 1,6 Tonnen schweren Fünftürer. Im Test verbrauchte der DS5 auf 100 Kilometer zwar rund sieben Liter, liegt aber für ein Auto dieser Art im Rahmen.

Serienmäßig ist eine neue Sechsgang-Automatik an Bord, mit der man je nach Laune richtig sportlich unterwegs sein kann. Die üppige Durchzugskraft – das Drehmoment liegt bei maximal 400 Nm – ist schon bei 2.000 Umdrehungen pro Minute erreicht. Zur Citroën-Offensive gehört zudem ein neues Fahrwerk: Die Ingenieure haben dem DS5 das gescholtene Rumpeln abgewöhnt. Jetzt rollt er fast so erhaben über raues Pflaster wie einst die luftgefederte "Göttin".