Überhaupt ist die Vernetzung der vielen elektrischen und elektronischen Bauteile, wie sie schon heute und in Zukunft noch weit mehr im Fahrzeug eingesetzt werden, eine der größeren Herausforderungen für die Forscher. Getriebe sind "Partner der Elektromobilität", sagt Gutzmer, werden hybridisiert, reibungsärmer und immer weiter vernetzt mit der Steuerelektronik von Motoren, Hybridsystemen und nicht zuletzt auch der Navigation, deren topografische Daten in die Wahl der richtigen Übersetzung einfließen.

Dabei geht es laut Gutzmer "auch um die immer kürzeren Entwicklungsschritte in der Software und die Einbindung neuer Mitspieler". Google, Microsoft oder Apple – um die neuen Mitspieler beim Namen zu nennen – haben andere Entwicklungsprozesse und -geschwindigkeiten als die etablierten Hersteller in der Autoindustrie. "Es ist auch unsere Aufgabe, diese Ansätze mitzudenken bei der Entwicklung neuer Produkte", sagt Professor Albers vom KIT.

Dazu zählt auch, die unterschiedlichen Anforderungen an Mobilität zu berücksichtigen, wie sie die verschiedenen Weltregionen heute und in Zukunft stellen. "Eine elektrische Reichweite von 50 Kilometern ist für einen Plug-in-Hybriden in Shanghai beispielsweise viel weniger entscheidend als in einer normalen europäischen Stadt", sagt Albers. "Entscheidender ist die Frage, wie man eine Stunde lang ein klimatisiertes Auto elektrisch betreibt, das in dieser Zeit in einer Metropole aber nur fünf Kilometer zurücklegt" – elektrische Betriebsdauer statt Reichweite also, und das bei einem voll vernetzten Fahrzeug.

"Wir müssen also außer beim Antrieb auch in vielen anderen Details des Fahrzeuges neu denken", sagt Albers. Am KIT arbeiten die Forscher zum Beispiel an einer Klimatisierung, die ausschließlich die im Elektrofahrzeug jeweils besetzten Plätze kühlt beziehungsweise heizt, um Strom aus der Batterie zu sparen. Und das natürlich möglichst CO2-neutral. Denn bis aus dem klimaschädlichen Gas ein Rohstoff für Kraftstoff im industriellen Maßstab wird, dürften die Amtszeiten der beiden Verantwortlichen bei Share längst um sein.