In anderer Hinsicht kommen E-Autos aber deutlich billiger als ein Pkw mit Verbrennungsmotor. Stromer sind nämlich zurzeit zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Für den VW Golf Bluemotion müssten in diesem Zeitraum 1.520 Euro gezahlt werden. Und auch bei Wartung und Reparatur haben E-Autos Vorteile: Die kleine Inspektion beim Nissan Leaf kostet nach einem Jahr 84 Euro, die große nach zwei Jahren 146 Euro. Bei einem vergleichbaren kompakten Dieselmodell liegen sie fast doppelt so hoch, weil zusätzliche Öl- und Filterwechsel anfallen.

Hinzu kommen möglicherweise Kosten für Zahnriemenwechsel, die Kupplung oder neue Bremsbeläge; letztere verschleißen beim Elektroauto deutlich langsamer. Insgesamt liegen die Wartungskosten für E-Mobile laut einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen um rund 35 Prozent unter denen von Autos mit Verbrennungsmotor. Nach acht Jahren summiert sich der Kostenvorteil den Experten zufolge etwa bei einem Kleinwagen auf rund 1.300 Euro.

Höherer Preis, höherer Wertverlust

Noch schwer abschätzen lässt sich aktuell einer der wichtigsten Kostenpunkte beim Neuwagenkauf: der Restwert. "Aktuell gibt es sehr wenige Elektrofahrzeuge auf dem Markt, was deren Wert eher stabilisiert", sagt Siegfried Trede, Chef der Fahrzeugbewerter beim Kfz-Informationsdienstleister DAT. Allerdings seien Erfahrungswerte zu der Haltbarkeit von Batterien noch nicht ausreichend vorhanden. Das macht wirklich belastbare Aussagen zur künftigen Entwicklung schwierig.

Aktuell geht die DAT davon aus, dass etwa ein Nissan Leaf oder ein Opel Ampera beim Wiederverkauf in drei Jahren noch rund 43 Prozent ihres Listenpreises erzielen könnten. Ein BMW i3 mit Range Extender kommt sogar auf 47 Prozent und liegt damit ungefähr auf dem Niveau des VW Golf Bluemotion. Allerdings ist der absolute Wertverlust bei Elektroautos aufgrund des höheren Listenpreises hoch. Zum Vergleich: Der i3 mit Range Extender kostet 39.450 Euro, den Golf Bluemotion gibt es ab 22.175 Euro.

Finanziell lohnt sich für Privatpersonen der Kauf eines Elektroautos also in der Regel noch nicht. Der Aufpreis von mehreren Tausend Euro gegenüber einem konventionell motorisierten Modell lässt sich voraussichtlich nie wieder hereinfahren. Anders sieht es höchstens aus, wenn man zum Nulltarif an Strom kommt. Etwa, weil der Arbeitgeber einen Anschluss stellt oder in Wohnortnähe eine Gratis-Ladesäule steht.

Doch auch dann muss man sehr viel fahren – was mit einem Elektroauto und seiner geringen Reichweite nicht einfach ist. Bleibt als Argument für das Elektroauto also seine Umweltfreundlichkeit. Zumindest, solange es mit Strom aus regenerativen Quellen betankt wird.