Die aktuelle zweite Generation des Twingo wird eine vergleichsweise kurze Lebensdauer haben. Seit 2007 wird sie gebaut, doch noch in diesem Jahr wird sie vom neuen Modell abgelöst – anders als die erste Auflage, die fast 15 Jahre gebaut wurde. Lag es an den fehlenden Kulleraugen? Die zweite Generation strahlte mit den unspektakulären Leuchten nicht den Charme aus, mit dem Kleinstwagen vor allem weibliche Käufer ansprechen wollen.

Der Modellwechsel hat üblicherweise Auswirkungen auf die Preise am Markt. Zum einen gibt es vorher höhere Rabatte auf den Twingo als Neuwagen. Und spätestens, wenn der Neue auf dem Markt ist, lassen auch die Preise für die Gebrauchten meist etwas nach. Schließlich kauft man nicht mehr die aktuelle Generation. Wer mit dem Gedanken spielt, sich den Kleinwagen anzuschaffen, sollte aber seine wichtigsten Schwächen kennen.

Bei der Qualität hat der Twingo mitunter schon in jungen Jahren Probleme, die sich spätestens bei der ersten Hauptuntersuchung unter den kritischen Augen des Sachverständigen bemerkbar machen. Besonders häufig weisen die Exemplare Probleme an der Lenkung und ihren Gelenken sowie an Achsaufhängung und Bremsen auf. Hier sind die Bremsscheiben insbesondere bei Stadtfahrzeugen überdurchschnittlich verschleißanfällig.

Immerhin schaffen es statistisch 83 Prozent ganz ohne Mängel durch die erste HU; damit liegt der Twingo allerdings etwas unter dem Durchschnitt. So ist die neue Generation zwar solider als der Vorgänger, aber längst nicht ohne Schwächen.

Mehr Platz als im ersten Twingo

Der kleine Franzose ist ein perfektes Stadtauto. Die zweite Generation ist gegenüber dem Vorgänger um 17 Zentimeter gewachsen, mit 3,60 Metern bleibt der Dreitürer aber wendig. Dafür herrscht im Innenraum des Viersitzers nun deutlich mehr Platz. Der Kofferraum ist mit 230 Litern (maximal 959 Liter) für ein Auto dieser Größe sehr ordentlich. Wie von außen ist der Twingo auch von innen deutlich weniger verspielt als sein Vorgänger, der digitale Tacho in der Mitte ist allerdings geblieben.

Renault hat über den Bauzeitraum verschieden starke Varianten des 1,2 Liter großen Benzinmotors angeboten. Der etwas zähe Basisantrieb mit 43 kW (58 PS) ist nur für den Stadtverkehr zu empfehlen. Besser fährt man mit der nächststärkeren Variante, die eine Leistung von 55 kW (75 PS) bietet. Wer den Kleinstwagen unbedingt mit Dieselmotor fahren möchte, wird beim Twingo ebenfalls fündig. Die Selbstzünder schöpfen ihre Kraft aus 1,5 Litern Hubraum. Es gab auch hier verschiedene Leistungsvarianten, von denen zum Schluss nur eine mit 55 kW (75 PS) übrig blieb.

Für Fahrer mit sportlicher Fahrweise legt Renault den Twingo RS auf. Der hat nicht nur einen 98 kW (133 PS) starken 1,6-Liter-Benziner, sondern auch serienmäßig Sportsitze, ein Lederlenkrad und den Antischleuderschutz ESP. Zudem ist der RS tiefergelegt und etwas straffer gefedert.

Vorsicht vor den Schnäppchen

ABS und Frontairbags sind immer dabei, ESP kostet 300 Euro Aufpreis (ausgenommen RS). Trotzdem konnte der Kleinwagen 2007 im Crashtest von Euro NCAP vier von fünf Sternen für seine Insassensicherheit erzielen.

Die Basisausstattung ist nicht besonders üppig, dafür ist das Fahrzeug günstig. Wer in einem gebrauchten Twingo den Raum umfassend nutzen will, sollte aber darauf achten, dass der Erstbesitzer das Modularitätspaket hinzugekauft hat – in der Ausstattungsstufe Dynamique ist es serienmäßig. Dann lassen sich die beiden Einzelsitze im Fond nicht nur umlegen, sondern auch verschieben.

Einfach ausgestattete gebrauchte Exemplare mit rund 100.000 Kilometer auf dem Tacho gibt es schon für weniger als 3.000 Euro – sie sollten aber nicht erste Wahl sein. Für ein Stadtauto ist die Laufleistung ohnehin recht hoch. Auf dem Markt gibt es jede Menge gebrauchte Exemplare, die deutlich weniger Strecke zurückgelegt haben, beispielsweise unter 30.000 Kilometer. Diese Modelle sind bei den Gebrauchtwagenbörsen ab 4.500 Euro aufwärts inseriert. Eine frische TÜV-Plakette ist empfehlenswert. Die wenigen Diesel-Twingo im Angebot haben oft mehr als 100.000 Kilometer hinter sich und kosten ab 4.000 Euro.