Es muss nicht immer ein VW Golf sein. Auch andere Hersteller können Qualität – zum niedrigeren Preis. Wer einen soliden Alltagsbegleiter mit ausreichend Platz und wenig Schnickschnack als Gebrauchten sucht, sollte die erste Generation des Kia Ceed in die engere Wahl nehmen. Das koreanische Kompaktmodell ist tatsächlich ein echter Europäer: entwickelt in Rüsselsheim und gebaut in der Slowakei.

Der Ceed teilt sich die technische Basis mit dem Schwestermodell Hyundai i30. Kia hat das Modell als Dreitürer (Proceed) und Fünftürer mit einem Kofferraumvolumen von 340 Litern angeboten. Außerdem gibt es eine Kombiversion Ceed SW, die 23 Zentimeter länger ist als die Limousine, und hinter den Rücksitzen 534 Liter Stauraum bietet. Der Innenraum ist solide verarbeitet, gestaltet ist er allerdings eher funktional als charmant.

Zur Wahl standen drei Benzin- und zwei Dieselmotoren, und auch Autogas-Antriebe sind bei den Inseraten der großen Gebrauchtwagenbörsen zu finden. Ein guter Sparkompromiss ist der 1,6-Liter-Diesel mit 85 kW (115 PS). Kia kombinierte ihn aber erst ab Herbst 2009 mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe, vorher war dies dem großen Diesel vorbehalten. Bei den Benzinern ist das mittlere Aggregat mit 90 kW (122 PS) eine gute Wahl. Der kleinere Motor hat Mühe mit dem Gewicht des Ceed.

Lange Garantie ein Plus beim Gebrauchtwagenkauf

Allrounder-Qualitäten zeigt der Kompakte auch beim Fahrwerk. Es ist harmonisch abgestimmt, die Insassen sind auf Langstrecken komfortabel untergebracht. Im Crashtest von Euro-NCAP erreichte der Ceed die Höchstpunktzahl von fünf Sternen. Sechs Airbags sind immer inklusive. In den frühen Baujahren und bei mancher Motor-Ausstattungs-Kombination war der Schleuderschutz ESP allerdings aufpreispflichtig. Bei einem Gebrauchten sollten Interessenten also darauf achten, ob der Erstkäufer es hinzugebucht hat.

Auch eine Start-Stopp-Automatik, die den Verbrauch etwas reduziert, war optional erhältlich. Als weitere Extras standen unter anderem Klimaanlage, Lederlenkrad, Sitzheizung und Tempomat auf der Zubehörliste. Eine CD-/MP3-Audioanlage, Zentralverriegelung sowie elektrische Fensterheber vorn waren serienmäßig.

Die erste Generation des Ceed wurde von 2007 bis 2012 gebaut, und auch Gebrauchtwagenkäufer können von der Kia-Garantie profitieren: Seit Januar 2010 gibt der Hersteller sieben Jahre Gewähr. Davor waren es fünf Jahre, die bei den meisten Modellen schon abgelaufen sein dürften.

Die Sachverständigen bei der Hauptuntersuchung notieren beim Ceed überdurchschnittlich häufig Mängel an der Beleuchtungsanlage. Verschleißteile wie Glühlampen fallen zwar nicht unter die Garantie, sind aber recht preiswert zu ersetzen. Immer wieder bemängeln die Prüfer aber auch die Bremsanlage, hier liegt der Ceed im Durchschnitt oder schlechter. Die Auspuffanlage schneidet gut ab, der Ölverlust an Motor und Getriebe liegt laut TÜV im Durchschnitt. Insgesamt stellen die Prüfer dem Kia-Modell ein recht solides Zeugnis aus.

Wer also selbstbewusst kein Statussymbol braucht, der kann mit dem Euro-Koreaner in aller Regel glücklich werden. Fünftürer des Baujahrs 2010 mit einem Tachostand unter 100.000 Kilometern gibt es ab etwa 7.000 Euro. Ein Ceed-Kombi ist rund 1.000 Euro teurer. Da der Koreaner bei der Hauptuntersuchung grundsätzlich im soliden Mittelfeld liegt, sind je nach Pflegezustand auch ältere Fahrzeuge zu empfehlen. Die Preise beginnen bei den großen Internetbörsen bei etwa 4.900 Euro für Ceeds unter 100.000 Kilometern.