Nur: Dieser Wert wird zwar im NEFZ ermittelt, im Prospekt aber nicht angegeben. Potenzielle Käufer eines Plug-in-Hybriden können sich aber selbst helfen und mit etwas Rechenarbeit den wahren Werten näher kommen. Um den Normverbrauch im Benzin- oder Dieselbetrieb zu errechnen, braucht jeder Interessierte nur den Plug-in-Gesamtwert sowie die Herstellerangabe der elektrischen Reichweite.

Als repräsentatives Rechenbeispiel soll hier der Mitsubishi Outlander PHEV dienen, ein besonders modernes und – gemessen an der immensen Größe und Transportkapazität – preisgünstiges Auto (ab 39.990 Euro). Der Hersteller gibt als kombinierten Verbrauch (Zustand A und B) 1,9 Liter Benzin je 100 Kilometer an, die Stromdistanz liegt bei 52 Kilometern.

Nun gilt es, die in der ECE R101 definierte Verbrauchsformel nach Zustand B aufzulösen. Dazu wird zur elektrischen Reichweite die Zahl 25 addiert – eine willkürlich angenommene Strecke zwischen zwei Ladestopps. Im Fall des Outlander PHEV also: 52 plus 25 gleich 77. Multiplizieren Sie diese Zahl mit dem kombinierten Wert, hier also 1,9 Liter, und teilen Sie das Ergebnis durch 25. Wenn der Strom in der Batterie erschöpft ist, verbraucht der Mitsubishi Outlander PHEV nach NEFZ folglich rund 5,9 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Damit liegt er etwas über dem BMW i8, der auf 5,2 Liter im Zustand B kommt.

Plug-in vereint auch die Nachteile aus zwei Welten

Diese Rechnung kann auf alle Plug-in-Hybridautos übertragen werden. Zum Beispiel auf den Toyota Prius Plug-in; er kommt im Zustand B auf 4,2 Liter und übertrifft damit wegen des höheren Gewichts den normalen Prius leicht (4,0 Liter). Selbst der XL1, das angebliche Ein-Liter-Wunder von Volkswagen, nimmt bei leerem Akku rund 2,4 Liter pro 100 Kilometer aus dem Dieseltank.

Wohl gemerkt, nach NEFZ, dem vielfach kritisierten Laborprüfverfahren. Der übliche Realitätsaufschlag kommt dazu: Im Test von ZEIT ONLINE schaffte der Outlander PHEV bis zu 41 Kilometer ohne Einsatz des konventionellen Motors. Danach pendelte der Verbrauch je 100 Kilometer zwischen 7,1 Litern auf gemächlichen Alltagsstrecken bis zu 12,8 Litern auf der Autobahn bei 130 bis 160 km/h. Portale wie Spritmonitor.de und Autoforen geben wie gehabt weitere Hinweise darauf, welcher Fahrzeugtyp unter welchen Umständen was verbraucht.

Jeder Kaufwillige muss prüfen, ob er aufgrund seines individuellen Fahrprofils häufig elektrisch oder vorwiegend mit Verbrennungsmotor fahren würde. Ist das zuletzt Genannte der Fall, dürfte ein optimal gestaltetes Auto mit ausschließlicher Benzin- oder Dieselmaschine die bessere Wahl sein. Denn das Beste aus zwei Welten vereint immer auch die Nachteile – den Raumbedarf und das Gewicht der beiden Antriebe mit deren Kompliziertheit und den Kosten.

Plug-in-Hybridautos sind eine technisch spannende Lösung für alle, die nur ein einziges Auto nutzen wollen und oft kurze Strecken fahren. Sie bieten heute schon volle Praxistauglichkeit und den überragenden Komfort des leisen Stromerns. Für alle anderen sind sie ein Übergangskonzept bis zu dem Tag, an dem sich entweder die Batterie so weit entwickelt hat, dass die Tour an die kroatische Adria problemlos möglich ist oder sich Brennstoffzellenautos etabliert haben.