Der Opel-Mutterkonzern General Motors ruft weltweit zusätzlich 3,4 Millionen Limousinen zurück, weil auch hier der Zündschlüssel während der Fahrt zurückspringen kann. Das schaltet Bremskraftverstärker, Servolenkung und möglicherweise die Airbags aus. GM wisse von acht Unfällen mit sechs Verletzten, teilte das Unternehmen mit. Noch vergangene Woche hatte Konzernchefin Mary Barra auf der Jahreshauptversammlung des Konzerns gesagt, es seien keine weiteren ernsten Probleme zu erwarten.

Durch die defekten Zündschlösser bei den GM-Kompaktwagen sind bei Unfällen mindestens 13 Menschen gestorben. Ingenieure kannten das Problem seit mehr als zehn Jahren, ignorierten es aber. Die neue Konzernchefin Mary Barra hat sich bei den Opfern entschuldigt und Entschädigungen versprochen. Barra hat außerdem eine Rückrufwelle bisher ungekannten Ausmaßes angestoßen.

Die Gesamtzahl der betroffenen Wagen überspringt mit dem jüngsten Rückruf die Marke von 20 Millionen Wagen. Manche Modelle müssen gleich wegen mehrerer Mängel zurück in die Werkstätten. Die Kosten für die Reparaturen steigen um 300 Millionen auf 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro). 700 Millionen Dollar davon fallen im zweiten Quartal an.

Zahlreiche Opfer klagen auf Schadenersatz

Vom jüngsten Rückruf der Limousinen sind mehrere Modelle der US-Marken Chevrolet, Buick und Cadillac aus den Jahren 2000 bis 2014 betroffen. Opel-Modelle wurden nicht genannt.

An diesem Mittwoch muss sich die Konzernchefin erneut den Fragen von Kongressabgeordneten in Washington stellen. Thema ist der Bericht des Anwalts Anton Valukas, der im Auftrag der GM-Führung die Versäumnisse im Konzern untersucht hatte. GM musste wegen der Probleme mit den Zündschlössern bei den Kompaktwagen bereits eine Strafe von 35 Millionen Dollar zahlen. Zudem laufen zahlreiche Klagen gegen das Unternehmen von Autobesitzern und Unfallopfern oder deren Familien.