In der Debatte um eine Pkw-Maut für Ausländer hat CSU-Chef Horst Seehofer von CDU und SPD Koalitionstreue eingefordert. Seit Monaten unterstütze die CSU die Koalition bei Vorhaben wie dem Mindestlohn, sagte der bayerische Ministerpräsident dem Spiegel. "Jetzt erwarten wir, dass unsere Koalitionspartner auch unseren Verkehrsminister unterstützen – und nicht neue Hürden aufbauen. Ich fange bei der Maut nicht wieder bei Adam und Eva zu diskutieren an." Verkehrsminister Alexander Dobrindt will sein Mautkonzept an diesem Montag vorstellen.

Während die CSU ihre Maut-Pläne rasch durchsetzen möchte, warnte Unions-Fraktionschef Volker Kauder vor einem Schnellschuss. "Die Zeit drängt nicht. Aus meiner Sicht reicht es aus, wenn wir im Herbst über das Mautkonzept in den Fraktionen und später im Parlament diskutieren", sagte er. "Wir brauchen eine wasserdichte Lösung, die auch den Anforderungen der EU entspricht."

Kauder sicherte abermals zu, dass kein deutscher Autofahrer durch die Maut mehr belastet werde: "Dabei bleibt es. Versprochen." Das gelte nicht nur für die Startphase, sondern auch darüber hinaus. 

Unterdessen bekräftigte Kauder seinen Vorstoß für eine europaweite Maut. Nur so lasse sich der Ausbau und Erhalt einer guten Infrastruktur in Europa bezahlen, sagte der CDU-Politiker dem Focus.