Gerade mal zwei Jahre lang hat Daimler einen Smart mit vier Sitzen gebaut. 2006 gab der Konzern wieder auf. Der Grund: Es wurden zu wenige Autos verkauft und die Kosten waren zu hoch. Jetzt wagt das Unternehmen einen zweiten Versuch. Die neue Generation des Smart, am Mittwoch Abend als Weltpremiere in Berlin vorgestellt, soll es wieder auch als Viersitzer geben.

Dieses Mal sind die Voraussetzungen besser: Daimler kooperiert mit Renault-Nissan; der viertürige Smart wird auf der gleichen Plattform gebaut wie der Renault Twingo, im slowenischen Werk des französisch-japanischen Partners.

Daimler habe dadurch die Kosten besser im Griff, sagt Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Auch Analyst Frank Biller von der Landesbank Baden-Württemberg erwartet, dass die Neuauflage besser laufen wird. "Ich gehe davon aus, dass der neue Smart deutlich profitabler sein wird als sein Vorgänger", sagt Biller. Die Rendite bleibe aber gering – wie bei Kleinwagen üblich.

Smart brachte Daimler lange kein Geld ein

Allerdings hat sich das Umfeld seit 2006 entscheidend geändert. Kleine Viersitzer haben mittlerweile viele Hersteller im Programm, wie VW mit dem Up und Fiat mit dem 500. Allein der Mini von BMW verkaufte sich im vergangenen Jahr mehr als 300.000 Mal. Zum Vergleich: Vom Smart wurden in manchen Jahren lediglich 100.000 abgesetzt - ursprünglich wollte Daimler 200.000 Stück pro Jahr verkaufen. "Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, muss der Jahresabsatz mindestens 100.000 Stück betragen", sagt Wolfgang Bernhart, Autoexperte und Partner bei Roland Berger.

Wie viel Daimler vom neuen Smart verkaufen will, sagt der Konzern nicht. "Auf keinen Fall werden Sie für die Zukunft eine Stückzahl von uns hören", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche während der Präsentation der neuen Modelle. Die Vorsicht überrascht nicht. Der Smart galt lange als Geldvernichter, Analysten schätzten Milliardenverluste, Daimler schwieg dazu stets. Laut Smart-Chefin Annette Winkler schrieb man mit dem Cityflitzer in den vergangenen Jahren schwarze Zahlen, die neue Generation soll von Anfang an profitabel sein.

Um den Absatz anzukurbeln, hat sich Daimler eine neue Zielgruppe ausgesucht. Ursprünglich sei der Stadtflitzer für junge Kunden gedacht gewesen, sagt Analyst Biller. Das verfing aber nicht: "Der typische Smart-Käufer ist älter als 45 Jahre." Diese älteren Kunden kaufen sich künftig womöglich gern auch den Viersitzer. Zudem sieht der neue Smart Forfour dem klassischen Smart optisch nun ähnlicher als der frühere Viersitzer, wie Zetsche betonte.