Mehr noch als am Golf lässt sich am Passat die Entwicklung der Marke Volkswagen nachvollziehen. Während der Golf praktisch von Beginn an in Deutschland und schnell auch in Europa seine Fahrzeugklasse dominierte, war das größere VW-Modell zunächst nur ein weiteres Angebot in der Mittelklasse. Doch schon in der jetzt auslaufenden Generation bewegt sich der Passat zwischen den eher bürgerlichen Volumenmodellen vom Schlage eines Ford Mondeo oder eines Opel Insignia und den sogenannten Premiumangeboten von Mercedes, BMW und natürlich Audi – und das gilt für den Preis wie für das Image.

In der achten Auflage, die Ende November auf den Markt kommen wird, sind Designer und Techniker noch einen ganzen Schritt weitergegangen. Der jetzt vorgestellte neue Passat orientiert sich optisch, technisch und beim Qualitätseindruck ganz offensichtlich nach oben. Das zeigt der Wagen schon außen, mit seinem üppig verchromten Kühlergrill. Eine Chromleiste läuft unten um das Fahrzeug herum. "Ziel war ein echter Klassensprung", sagt Chefdesigner Klaus Bischoff.

Die Chromleiste scheint den Passat geradezu auf die Straße zu pressen. Zu diesem Eindruck trägt auch die geringere Höhe bei, die den Wagen dynamischer wirken lässt: Er ist jetzt 1,4 Zentimeter flacher. Für die sportlichere Optik sorgen auch kürzere Überhänge vorn und hinten. Auch sonst spielt der Passat seinen Ehrgeiz nach oben, aber nicht plump, über größere Abmessungen aus. Kombi und Limousine bleiben mit je 4,77 Metern in der Länge gleich und werden nur marginal breiter. Auch die klaren, horizontalen Linien drücken eher Zurückhaltung aus.

Schicker Innenraum – mit kleinen Abstrichen

Wohin die Reise gehen soll – in Richtung Premiumanbieter – zeigen die Entwickler im Innenraum. Da ist zunächst das Raumangebot zu nennen: VW hat den Radstand um neun Zentimeter auf 2,80 Meter verlängert, was die Platzverhältnisse komfortabler macht als im bisherigen Passat. Davon profitieren vor allem die Fondpassagiere. Art und Aufmachung des Innenraums erinnern an die teureren Versionen des Golf. Die Designer haben mit weich hinterschäumten Kunststoffen gearbeitet, das Interieur überzeugt mit dem für VW typisch übersichtlichen und aufgeräumten Cockpit sowie augenscheinlich bester Verarbeitung.

Gegen Aufpreis erhält der Käufer ein 12,3 Zoll großes Display dazu, auf dem die ansonsten analogen Instrumente digital dargestellt werden. Eine kleine Enttäuschung hält der Wolfsburger dann aber doch bereit: Das erstmals bestellbare Head-up-Display spiegelt nicht etwa aufwändig (und teuer) direkt in die Frontscheibe, sondern nur auf eine ausfahrende Plexiglasscheibe. Das kennen wir so eher von Peugeot-/Citroën-Modellen.

Der größere Radstand kommt auch allen entgegen, die viel transportieren wollen – schließlich ist ein Passat auch eine Familienkutsche, erst recht die Kombi-Ausführung Variant. Deren Kofferraum fasst jetzt 47 Liter mehr im Vergleich zum auslaufenden Modell, in die Limousine passen künftig 21 Liter mehr. Wie mittlerweile bei neuen Modellen üblich, wiegt der Wolfsburger auch weniger als bisher: Je nach Karosserievariante, Motorisierung und Ausstattung liegt die Gewichtsersparnis bei bis zu 85 Kilogramm.