Der Autokonzern Daimler steigt stärker ins Taxi-Geschäft ein. Die Daimler-Tochter Moovel übernimmt den Betreiber der Taxivermittlungs-App MyTaxi, die Intelligent Apps GmbH aus Hamburg. Der Preis der Übernahme ist nicht bekannt. Ziel sei es, die internationale Expansion der Taxi-App voranzubringen, wie beide Unternehmen mitteilten.

Moovel hält bereits Anteile an MyTaxi. Seit 2012 habe die Zusammenarbeit der beiden Firmen eine "überaus dynamische Entwicklung" genommen, sagte Moovel-Chef Robert Henrich. "Mobilität wird sich in Zukunft sehr tiefgreifend verändern." Es finde derzeit ein Paradigmenwechsel statt, der jedoch noch ganz am Anfang stehe. Mobilität soll Moovel-Chef Henrich zufolge so einfach wie möglich werden. Auch die Buchung und bargeldlose Zahlung sollen über die Plattform möglich werden.

Moovel startete vor gut zwei Jahren als Pilotprojekt in Stuttgart, noch im gleichen Jahr folgte Berlin. Die Smartphone-App vereint verschiedene Verkehrsangebote, von der Bahn über öffentlichen Nahverkehr und Mitfahrgelegenheiten bis zu Car2Go. MyTaxi ist seit Februar 2013 integriert.

Die Taxi-App, 2010 auf den Markt gebracht, ermöglicht die direkte Verbindung zwischen Fahrgast und Taxifahrer ohne den Umweg über die Taxizentrale. Mit über zehn Millionen Downloads sei MyTaxi Spitzenreiter unter den Taxivermittlungs-Apps, so Henrich. Der Dienst ist in mehr als 40 Städten verfügbar, 45.000 Taxis sind angeschlossen.

Zugleich übernimmt Moovel für den Markt in Nordamerika den Anbieter RideScout LLC. Alle Unternehmen sollen an ihren bisherigen Standorten eigenständig weitergeführt werden.

Das neue Geschäft ist für Daimler einträglich: "Wir werden mit Car2Go und Moovel einen Umsatz von 100 Millionen Euro bis Ende 2014 erreichen", sagte Moovel-Finanzchef Marcus Spickermann. Auch die Carsharing-Plattform Car2Go gehört zur Daimler AG.

Anders als Anbieter wie etwa das amerikanische Start-up Uber, das auch private Fahrer mit Kunden zusammenbringt und so das Taxigewerbe gegen sich aufbringt, strebt Moovel eine friedliche Kooperation mit den etablierten Zentralen an. "Wir suchen die Zusammenarbeit und möchten eine Einladung dazu aussprechen", sagte Henrich. Taxiunternehmen werfen dem Online-Vermittler Uber unfairen Wettbewerb vor.