In einer Urabstimmung lässt die Lokführer-Gewerkschaft GDL ihre Mitglieder über unbefristete Streiks bei der Deutschen Bahn abstimmen. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte, er rechne mit einer hohen Zustimmung. Entwarnung gibt es für Bahn-Kunden: Bis zur Auszählung der Stimmen am 2. Oktober werde es keine neuen Streiks der GDL geben. "Arbeitskämpfe sind bis zum Abschluss der Urabstimmung ausgeschlossen."

Der Beschluss im Hauptvorstand der Gewerkschaft zur Urabstimmung ist demnach einstimmig gefallen. Angesichts der hohen Beteiligung an den zwei bisherigen Warnstreiks sei die Vorbereitung weiterer Arbeitskämpfe unabdingbar, sagte Weselsky. 

Die Situation im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn ist angespannt. Die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn wurden am 20. August nach der dritten Runde ergebnislos beendet. In der vergangenen Woche hatten die Lokführer zweimal mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt.

Die GDL fordert von der Bahn fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden. In dem Tarifkonflikt geht es aber vor allem um einen Machtkampf zwischen GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sie streiten darum, wer für welche Mitarbeitergruppe die Verhandlungen führen darf.