Nach dem Feldversuch mit den umstrittenen Riesenlastern strebt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Regelbetrieb mit den Gigalinern an. "Wir brauchen die Lang-Lkw auf unseren Straßen", sagte Dobrindt am Donnerstag zum Start der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover. Rückendeckung dafür sieht der Minister in einem Zwischenbericht, den die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) kürzlich zum laufenden Praxistest mit den Lang-Lkw vorgelegt hatte. Demnach können zwei der gut 25 Meter langen Laster drei reguläre Lkw ersetzen.

Dobrindt zufolge unterstützt der Bericht eine generelle Zulassung der XXL-Laster. "Die Verkehrseffizienz hat einen erheblichen weiteren Beitrag bekommen durch den Lang-Lkw-Versuch", sagte Dobrindt. Ladevolumen, Spritverbrauch, Wirtschaftlichkeit – alles spreche für die Neuerung. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warb für eine ergebnisoffene Bewertung des Lang-Lkw-Versuchs, an dem sich Niedersachsen beteiligt.

Die Gigaliner sind mit 25,25 Metern knapp sieben Meter länger als bisher erlaubt. Sie wiegen bis zu 60 Tonnen, für den Feldversuch ist das Gewicht aber auf 40 Tonnen begrenzt. Kritiker monieren, die Straßen hierzulande seien nicht auf die Lang-Lkw ausgelegt. Die Riesentransporter gefährdeten zudem in den Städten womöglich Fußgänger und Radler stärker als Lastwagen mit gewöhnlichen Maßen. Gegner der Gigaliner befürchten ferner, dass die XXL-Laster mehr Güterverkehr von der Schiene auf die ohnehin oft verstopften Autobahnen verlagern.

Der Gigaliner-Test startete im Januar 2012 und dauert bis Ende 2016. Die für die 25-Meter-Laster freigegebenen Strecken umfassen insgesamt fast 10.150 Kilometer in Bayern, Thüringen, Sachsen, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern; in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sind nur einzelne Lückenschlüsse auf Autobahnen freigegeben. Etwa 70 Prozent des Testnetzes sind Autobahnen. An dem Feldversuch beteiligen sich 39 Unternehmen mit 80 Lang-Lkw.