Und auch der Uber-Vertrag hat für Fahrer viele Nachteile. Die Rechtsanwältin Lara Sherman, die den Uber-Vertrag eingesehen hat, warnt vor der Unterschrift. Denn Fahrer müssen im Falle eines Unfalls das gesamte Risiko allein tragen. Zwar gibt Uber an, im Haftungsfall einzuspringen. Allerdings sichert sich das Unternehmen mit einer sehr weitreichenden Entschädigungsklausel ab. Das heißt, Uber holt sich im Zweifel die Entschädigungszahlung vom Fahrer zurück.

Theoretisch könnte Uber sogar die Geldstrafen für die nicht eingehaltene einstweilige Verfügung an die Fahrer weiterreichen. Offiziell darf Uber über die App UberPop keine Fahrten mehr in Deutschland vermitteln, es drohen für jeden Verstoß Geldstrafen von bis zu 250.000 Euro. Der Vertrag basiert allerdings auf niederländischem Recht. Ob die weitreichende Entschädigungsklausel daher vor einem deutschen Gericht bestand habe, sei zweifelhaft, so Sherman. Komme es zwischen Uber und Fahrer zu einer Auseinandersetzung, dürfen Fahrer den Konflikt nicht vor einem ordentlichen, deutschen Gericht austragen. Mit der Vertragsunterzeichnung würden sich die Fahrer damit einverstanden erklären, Auseinandersetzungen nur vor einem Schiedsgericht in Amsterdam vorzutragen. Da ist die Tatsache, dass der Fahrer laut Vertrag keinen Rechtsanspruch auf Bezahlung hat, das kleinere Übel.

Weil das Modell der Mitfahrzentrale auch private Fahrer vermittelt, wird Uber häufig damit in Zusammenhang gebracht. Dieser Vergleich hinkt allerdings. Denn bei einer Mitfahrgelegenheit handelt es sich um eine Fahrt, die der Versicherungsnehmer generell getätigt hätte. Auch kommt es hier nicht darauf an, einen Gewinn zu erzielen, sondern kostendeckend zu fahren. Es liegt also weder eine gewerbliche Personenbeförderung vor, noch ändert sich der Verwendungszweck des Fahrzeugs, sagt Una Großmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Für Fahrgäste lohnt sich Uber: Die Fahrten sind gut ein Drittel billiger als mit einem Taxi, die Fahrzeuge sind bequem und schnell per Smartphone-App zu ordern und es braucht für die Bezahlung dank App weder Bargeld noch eine EC- oder Kreditkarte. Für Fahrer aber hat Uber viele gravierende Nachteile – zumindest, wenn das Uber-Modell so bleibt wie bisher.