Die wachsende Zahl privater Fernbuslinien macht der Bahn und ihren privaten Konkurrenten immer mehr zu schaffen. Nun zieht der letzte Privatanbieter die Konsequenzen: Veolia stellt die Route Leipzig-Berlin-Rostock ein. Bisher konnten Reisende zum Günstigtarif der Privaten von Leipzig in reichlich vier Stunden an die Ostsee fahren. Von Berlin aus war man in drei Stunden an der Küste. 

Als die Interconnex-Züge von Veolia vor zwölf Jahren erstmals starteten, gab es zahlreiche Strecken: In der Anfangszeit des privaten Fernverkehrs konnte man etwa vom südost-sächsischen Zittau bis nach Binz/Rügen durchfahren. Mit dem Boom der Fernbusse blieben dann die Fahrgäste weg. Die Strecke Leipzig-Rostock bediente Veolia zuletzt nur noch einmal täglich. Am 13. Dezember ist damit Schluss, wie das Unternehmen mitteilte.

Auch Verbindungen zwischen Dresden und Stralsund sowie zwischen Köln und Rostock stellten die Anbieter mangels Erfolgs wieder ein. Damit gibt es in Deutschland nur noch einen privaten Anbieter von Fernstrecken, den Hamburg-Köln-Express HKX. Wobei das Unternehmen sich formal auch schon aus dem Fernverkehr zurückgezogen hat. Es bedient die Strecken nach wie vor, widmete sie aber in Regionalverkehrsangebote um, um den Passagieren die Kombination von Teilstrecken zu einer Fernverbindung zu erleichtern.  

Der private Fernverkehr ist finanziell deshalb schwierig, weil die Länder hierfür keine Subventionen zahlen. Anders ist es beim Regionalverkehr, den die Landesregierungen in regelmäßigen Abständen ausschreiben und bezuschussen.  

Auch die Deutsche Bahn leidet unter der Fernbus-Konkurrenz. Der Staatskonzern erhöhte in den vergangenen Jahren auch mehrfach die Preise. Die jüngste Preisrunde sparte aber den Fernverkehr aus – wohl um nicht noch mehr Kunden an die Busse zu verlieren.