Wer Anfang der 1980er Jahre jung war, kennt vermutlich den Neue-Deutsche-Welle-Hit Ich will Spaß, in dem Markus aus Autofahrersicht sang: "Will nicht sparen, nicht vernünftig sein... ich geb' Gas, ich will Spaß". Eine Neuauflage des Liedes mit diesem Text hätte gute Chancen, auch bei der Fahranfängergeneration des Jahres 2014 ein Erfolg zu werden. Darauf deutet eine neue repräsentative Umfrage der Allianz-Versicherung hin. Sie kam darin zu dem Ergebnis: Umweltaspekte sind für junge Autofahrer nicht wichtig.

Bei denjenigen jungen Erwachsenen, die kein eigenes Auto besitzen, waren es überwiegend wirtschaftliche Gründe, die gegen einen Pkw-Kauf sprachen. Nur 14 Prozent begründen laut Allianz den Verzicht mit dem Schutz der Umwelt. Bei der Frage nach den möglichen Gründen, ein Auto für einen Weg einmal nicht zu benutzen, rangiert der Umweltgedanke mit 18 Prozent weit hinter Alkoholkonsum (62 Prozent) und Kostenersparnis (34 Prozent).

Der Wunsch, ein eigenes Auto zu besitzen, ist weiterhin hoch. 94 Prozent der Befragten äußerten sich der Studie zufolge entsprechend, nur sechs Prozent hätten das eigene Auto als nicht mehr zeitgemäß betrachtet, so die Allianz. Mehr als jeder zweite junge Fahrer erwartet zudem, dass er in Zukunft sein Auto öfter nutzen wird als heute. Nur zwölf Prozent gehen davon aus, dass sie künftig zugunsten anderer Verkehrsmittel seltener Auto fahren werden.

Die Eigenschaften, die schon die Generationen davor mit dem Automobil und dem Autofahren verbunden haben, halten sich ebenfalls recht stabil: 89 Prozent der befragten jungen Erwachsenen sehen im Autofahren ein Gefühl der Freiheit; etwa acht von zehn verbinden es mit Freude und finden es aufregend. Für die repräsentative Studie wurden 2.200 Personen zwischen 18 und 24 Jahren befragt.

Beruhigende Nachrichten also für die Autohersteller – allerdings weniger für die Verkehrssicherheit. Denn nach wie vor ist die Unfallgefahr bei den Jungen erheblich höher als in anderen Altersgruppen. Im vergangenen Jahr verschuldeten in Deutschland junge Fahrer 22 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden, auch fast jeder vierte getötete Pkw-Fahrer war zwischen 18 und 24 Jahren alt. Dabei macht diese Altersgruppe nur acht Prozent aller Führerscheininhaber aus.

Eine Auswertung der Allianz von schweren Unfällen ergab, dass unter jungen Fahrern, die verunglücken, überdurchschnittlich häufig das Abkommen von der Fahrbahn der Unfallgrund war. Zudem waren sie deutlich seltener angeschnallt als andere Altersgruppen. "Alkohol und höhere Risikobereitschaft sind die Hauptursachen für die hohen Unfallzahlen", sagt Allianz-Versicherungschef Alexander Vollert. Die seit einigen Jahren geltende Null-Promille-Grenze bis zum 21. Lebensjahr wirkt demnach zwar, dafür gibt es in der Gruppe der 21- bis 24-Jährigen deutlich mehr angetrunkene Fahrer als bei den Anfängern und bei den über 24-Jährigen. Vollert fordert darum, das Alter für die Null-Promille-Regelung bis zum 24. Lebensjahr auszudehnen.