Die Deutsche Bahn ist in den vergangenen zwei Jahren unpünktlicher geworden. Im Jahr 2013 kamen Züge im Fernverkehr insgesamt rund 3,78 Millionen Minuten zu spät. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion hervor, die ZEIT ONLINE vorliegt. 2011 gab es demnach etwa 600.000 Verspätungsminuten weniger.

Nur im Jahr 2010 waren Fernzüge der Deutschen Bahn, auf deren Statistik sich die Regierung bezieht, unpünktlicher. Damals gab es 3,81 Millionen Verspätungsminuten. Die Verspätungen im Fernverkehr stiegen der Statistik zufolge zwischen 2004 und 2013 um 30 Prozent an. In die Statistik fließen Verspätungen ab sechs Minuten ein. Zuerst hatte die Hannoversche Allgemeine Zeitung darüber berichtet.

Im Nahverkehr wurden im vergangenen Jahr 12,01 Millionen Verspätungsminuten gezählt, knapp 600.000 mehr als im Jahr 2012. Im Vergleich zum Jahr 2004 waren die Züge im Nahverkehr 2013 jedoch deutlich pünktlicher. Damals registrierte die Bahn 15,35 Millionen Verspätungsminuten.   

Die zehn am meisten von Verspätungen betroffenen Strecken sind der Bundesregierung zufolge Hamburg – Hannover, Bremen – Hamburg, Hannover – Bremen, Dortmund – Duisburg, Köln – Duisburg, Frankfurt am Main – Fulda, Frankfurt am Main – Mannheim, Würzburg – Nürnberg, München – Augsburg, München – Rosenheim sowie die Strecken der Stadtbahn Berlin.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Leidig, führte die Unpünktlichkeit auf eine falsche Investitionspolitik der Bahn zurück. Diese gehe – unterstützt von der Bundesregierung – in eine völlig falsche Richtung, kritisierte Leidig. Statt Kapazitäten auszubauen und Engpässe zu beseitigen, würden einzelne Projekte gegen Widerstände durchgesetzt. So bedeute etwa das umstrittene Projekt Stuttgart 21 einen deutlichen Kapazitätsabbau.