Deutsche Bahn: Weselskys Versöhnungsgeste

Wegen des Mauergedenkens wollen die Lokführer den Streik schon am Samstag beenden – obwohl das Arbeitsgericht ihnen Recht gibt. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen
Ein GDL-Mitglied © Odd Andersen/AFP/Getty Images

Überraschende Wende im Lokführerstreik: Die GDL will ihren Streik als "Versöhnungsgeste" schon am Samstag um 18.00 Uhr beenden. Das kündigte Gewerkschaftschef Claus Weselsky an. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte, damit der Einsatz der Bahn vor den Gerichten gelohnt: "Das ist ein gutes Zeichen für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter." Eigentlich wollte die GDL bis Montagmorgen streiken. 

Die Lokführer hatten ihre Arbeit im Güterverkehr schon am Mittwoch niedergelegt, im Personenverkehr in der Nacht zum Donnerstag – und sich damit in Politik und Öffentlichkeit viel Kritik eingehandelt. Die Bahn fährt nach Ersatzfahrplänen, Millionen Bahnreisende mussten improvisieren und sich ein auf schmales Zugangebot einstellen.

Bevor die GDL einlenkte, hatte das Landesarbeitsgericht Hessen den Streik auch in zweiter Instanz als rechtmäßig anerkannt. Die Bahn hatte vergeblich versucht, ihn verbieten zu lassen.

Laut Gerichtsentscheidung verstößt der Arbeitskampf nicht gegen die Friedenspflicht und ist auch verhältnismäßig. Die Forderungen der GDL seien nicht widerrechtlich. Der Entscheidung waren stundenlange Verhandlungen über einen Vergleichsvorschlag der Richterin vorausgegangen. Der Vergleich scheiterte letztlich daran, dass die GDL bereits in den Schlichtungsplan hineinschreiben wollte, dass es bei der Bahn verschiedene konkurrierende Tarifverträge geben könne. Das lehnte Bahn-Anwalt Thomas Ubber ab. "Wir können keine Ergebnisse der Tarifverhandlungen hier vor Gericht vorwegnehmen", sagte er.

Die Lokführergewerkschaft fordert für die Beschäftigten mehr Geld sowie eine kürzere Arbeitszeit und will neben den Lokführern vor allem auch das übrige Zugpersonal in Verhandlungen vertreten, für das bislang die EVG zuständig ist. Die Bahn will konkurrierende Tarifverträge einzelner Berufsgruppen verhindern. 

Die Ereignisse des Tages können Sie unten im Blog nachlesen.

  • (16:50) Werden die Bahn und die GDL nach Streikende erneut verhandeln? Bahn-Personalchef Ulrich Weber spricht von einem guten Signal, "um schnellstmöglich wieder in Verhandlungen zurückzukehren".

  • (15:19) Die GDL will den Streik am Samstagabend, 18 Uhr beenden. GDL-Chef Weselsky erklärte im Anschluss an die Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht, dies sei eine Geste der Versöhnung. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte, dass sich damit der Einsatz der Bahn vor den Gerichten gelohnt habe: "Das ist ein gutes Zeichen für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter."

  • (14:55) Die GDL darf weiter streiken. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung gegen das Urteil aus erster Instanz abgelehnt. Interessant ist jetzt, was die Gewerkschaft zum Streik am 9. November zu sagen hat. Eine Erklärung dazu soll im Anschluss an die Verhandlungen folgen.

  • (14:26) Die GDL lehnt auch den kleinen Kompromiss zunächst ab, den Streik für den 9. November abzusagen. Damit bleibt für den Moment alles beim Alten: Der Streik läuft bis Montagmorgen, 4 Uhr. Ein kleiner Lichtblick aber bleibt: Nach den Verhandlungen will sich die Gewerkschaft näher zu den Feierlichkeiten erklären. Gleich kommt das Urteil.

  • (14:19) Immerhin: Die GDL berät über den Vorschlag und lehnt ihn nicht gleich ab. Daher ist erneut Pause.

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