Das Arbeitsgericht Frankfurt lässt die Lokführer vorläufig weiter streiken. Das Gericht hat am späten Donnerstagabend die Klage der Deutschen Bahn gegen den Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL abgewiesen. Die Bahn hatte den Streik der Gewerkschaft als unverhältnismäßig verbieten lassen wollen. Laut Urteil verstößt der Streik nicht gegen die Friedenspflicht und ist auch verhältnismäßig. Die Forderungen der GDL seien zudem nicht widerrechtlich.

Die Deutsche Bahn will gegen die Entscheidung vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht in Berufung gehen. "Nach der Entscheidung des Gerichts sieht sich die DB in der Pflicht, Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil einzulegen", teilte der Konzern mit. Zudem bedauere man, dass die GDL den Vergleichsvorschlag des Frankfurter Arbeitsgerichts abgelehnt hat, der eine Streikpause bis 17. November vorgesehen habe. In dieser Zeit hätten GDL, EVG und DB Gelegenheit gehabt, inhaltliche Verhandlungen vorzubereiten. 

Dem Urteil vorausgegangen waren stundenlange Verhandlungen über einen Vergleichsvorschlag der Richterin. Die Konfliktparteien konnten sich in mehr als fünf Stunden Verhandlung nicht auf einen gemeinsamen Wortlaut einigen. Die GDL wollte etwa in dem vorgelegten Vergleichsvorschlag festschreiben, dass bei der Bahn mehrere unterschiedliche Tarifverträge möglich sein könnten. Die Bahn hätte dagegen dem Vergleichsvorschlag zugestimmt.

Die GDL startete am Mittwochnachmittag mit der Arbeitsniederlegung im Güterverkehr. Am Donnerstag wurde der Streik auf den Personenverkehr ausgeweitet. Erst am Montag sollen die Züge wieder normal rollen.