2015, das Jahr, in dem wir endlich umweltfreundlich Auto fahren? Fast könnte man es glauben, denn mindestens zwei große Hersteller werden in diesem Jahr Serienfahrzeuge anbieten, deren Elektromotoren von Wasserstoff-Brennstoffzellen gespeist werden.

Technisch handelt es sich um Elektroautos. Statt eines Akkus wird der Strom in der Brennstoffzelle erzeugt, durch die chemische Reaktion von Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft. Die Vorteile: keine Angst mehr vor dem Liegenbleiben, kein stundenlanges Laden an der Steckdose, keine Treibhausgas-Emissionen. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.

Toyota, weltgrößter Autohersteller und Hybrid-Pionier mit dem Prius, nennt sein Brennstoffzellenauto namens Mirai (Zukunft) daher einen "Wendepunkt" in der Geschichte des Automobils. Die viertürige Limousine kann mit einer Wasserstofftankfüllung rund 500 Kilometer weit fahren, in weniger als fünf Minuten ist der Wagen wieder aufgetankt. Ab Frühjahr bietet Toyota den Mirai in Japan für umgerechnet rund 50.000 Euro an, im Sommer 2015 kommt er auch in den USA sowie Europa auf den Markt.

In Deutschland kalkuliert Toyota mit einem Basispreis fürs Leasing von mehr als 78.500 Euro, in den USA werden es dank starker Subventionen umgerechnet nur 36.000 Euro sein. Der japanische Autobauer startet mit einer limitierten Serienproduktion von nur einigen hundert Fahrzeugen, von denen die meisten in Firmenfuhrparks laufen werden.

Hyundai sticht die Japaner aus

Auch Honda forscht, wie Toyota, seit mehr als 20 Jahren an der Brennstoffzellentechnologie, ist beim Serienstart aber noch nicht ganz so weit. Das FCV Concept von Honda feiert auf der Automesse in Detroit am 12. Januar 2015 seine US-Premiere. Verkauft wird er in den USA aber erst nach der Markteinführung in Japan, die bis März 2016 erfolgen soll. Der FCV soll das erste Wasserstofffahrzeug sein, bei dem der Antriebsstrang einschließlich der Brennstoffzelle ganz im Motorraum platziert ist.

Beiden japanischen Herstellern kam kurz vor Jahresschluss der koreanische Autohersteller Hyundai zuvor, der 2015 schon 1.000 Exemplare seines Kompakt-SUV ix35 auf den Markt bringen will, das mit Strom aus Brennstoffzellen fährt. Anders als Toyota und Honda hat Hyundai kein spezielles Zukunftsauto neu entwickelt, sondern setzt auf ein bereits bekanntes Modell, dem eine neue Antriebseinheit eingepflanzt wird.

Die Pläne der Koreaner sind ehrgeizig: Die Schwestermarken Hyundai und Kia wollen bis 2020 insgesamt 16 neue Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge auf den Markt bringen. Damit würde der koreanische Autokonzern zum weltweit zweitgrößten Hersteller von umweltfreundlichen Fahrzeugen nach Toyota aufsteigen. Momentan haben Hyundai/Kia sieben Modelle mit alternativem Antrieb im Portfolio.

Dass man die asiatische Wasserstoff-Konkurrenz ernst nehmen sollte, glaubt Ferdinand Dudenhöffer. Der Leiter des CAR-Instituts an der Ruhr-Universität Duisburg-Essen verweist auf die Erfolge der Japaner mit dem Hybrid-Antrieb, an die vor 15 Jahren auch niemand so recht glauben wollte.