Volvo bietet die Mittelklasse-Limousine S60 mit einem der neuen Downsizing-Dieselmotoren an. Das Triebwerk erzeugt aus zwei Litern Hubraum 133 kW (181 PS) und soll nebenbei mit rund vier Litern Diesel im Schnitt auskommen. Genau genommen 4,1 Liter pro 100 Kilometer. Das ist für eine Limousine, die mit 3er BMW und Mercedes C-Klasse konkurriert, kein schlechter Wert, zumal sie mit einem Drehmoment von 400 Newtonmetern einhergehen.

Doch wie nah an der Realität ist diese Verbrauchsangabe? Im richtigen Leben werden die Abweichungen schnell recht groß, wie unser Praxistest gezeigt hat.

Bei lausigem Wetter und mit einem sehr leichten Gasfuß, der die Tachoanzeige kaum über 100 km/h hochtrieb, kamen wir bereits auf Verbrauchswerte von 5,0 bis 5,5 Liter im Bordcomputer. Bewegt man die Limousine auf der Autobahn etwas schneller, aber noch immer im Rahmen der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, hat man schon eine sechs vor dem Komma – aber noch keinerlei Begründung, warum man nun ein Auto mit 181 PS geordert hat.

Als wir die Motorstärke zumindest ab und an zu kürzeren Sprints nutzten, benötigte der S60 im Schnitt 7,5 Liter je 100 Kilometer. Das ist nun doch ein gewaltiges Stück vom Laborwert entfernt. Allerdings sind der Volvo und sein Motor diesbezüglich kein Einzelfall. Die meisten verkleinerten Motoren sind vor allem auf dem Prüfstand Knauser.

Widmen wir uns lieber den erfreulichen Aspekten. Das Design des S60 – nordisch unterkühlt, aber elegant-sportiv – wirkt edel, und das will die 4,64 Meter lange Limousine auch sein. Die Verarbeitung ist top; alles ist so solide, wie man es von einem Volvo erwartet. Auch die Achtgang-Automatik schaltet unmerklich. Das Fahrwerk, zwischen kommod und sportlich eingestellt, dürfte mit den Ansprüchen der allermeisten Nutzer harmonieren. Ein Raumwunder ist der S60 allerdings nicht, vor allem im Fond wird es schnell eng.

Volvo schreibt bekanntlich die Sicherheit besonders groß. Darum bietet der Hersteller im S60, der der etwas kompakteren Businessklasse zuzuordnen ist, fast alles, was an Assistenzsystemen zu haben ist. Allerdings tun sich Spurhaltesysteme im Winter schwerer, weil Markierungen gerne von Schnee bedeckt sind. Nicht wetterabhängig ist indes eine Unart der Volvo-Verkehrsschilderkennung. Deutsche Ortsschilder sind ihr offensichtlich unbekannt, und so zeigt sie nach dem Passieren eines solchen weiterhin beharrlich 70 km/h oder gar freie Fahrt an, um dann schnurstracks in den Fußgängerzonenmodus zu wechseln, wenn das entsprechende Schild auftaucht.