Wer im Auto mehr als vier Passagiere mitnehmen will, muss nicht unbedingt Bus fahren. Fahrzeuge mit sechs oder sieben Sitzen finden sich auch in den handlicheren Klassen. Eine Übersicht:

Das klassische vielsitzige Familienauto ist der große Van. Auf knapp fünf Metern Länge findet der Nachwuchs die großzügigsten Platzverhältnisse diesseits der Kleinbus-Klasse vor. Sicht und Kopffreiheit sind akzeptabel, und häufig können die Sitze durch Verschieben und Wegklappen relativ frei arrangiert werden, so dass neben siebensitzigen Konfigurationen auch solche mit sechs oder vier Plätzen möglich sind. In den meisten Modellen passen sogar drei Kindersitze nebeneinander auf die Rückbank.

Das Angebot an entsprechenden Modellen ist aber zuletzt stark geschrumpft. Bestseller im Segment sind der VW Sharan und sein weitgehend identisches Schwestermodell Seat Alhambra, die beide aber auch am teuersten sind. Daneben beackert einzig noch Ford mit dem günstigeren Galaxy und dem sportlicher geschnittenen Ableger S-Max konsequent das Feld. Exoten-Status hat der Fiat Freemont, eine leicht europäisierte Variante des Dodge Journey. Der Renault Espace kommt zwar im Frühsommer in neuer Auflage auf den Markt, will dann aber eher modischer Crossover als nutzwertoptimiertes Großfamilienmobil sein.

Der stilistische Umschwung bei den Franzosen ist kein Zufall, hat der Absatz von Vans doch in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch den SUV-Boom stark gelitten. Viele Käufer ziehen einen modisch gezeichneten SUV dem drögen Pampersbomber-Image der Familienlaster vor.

Enges Sitzen auf Klappsitzen

Davon will seit Kurzem der 4,92 Meter lange Hyundai Grand Santa Fe profitieren, der als einer der wenigen großen SUV serienmäßig mit drei Sitzreihen und wahlweise sechs oder sieben Plätzen angeboten wird. Die dritte Sitzreihe besteht aus Klappsitzen, die bei Bedarf aus dem Kofferraumboden gezogen werden – ein Konzept, das es gegen Aufpreis optional auch für Premium-SUVs wie den BMW X5 oder den Audi Q7 gibt.

Den gleichen Komfort wie in Reihe eins und zwei darf man daher nicht erwarten, auch weil der Einstieg häufig etwas schwierig und die Aussicht aufgrund hoher Schulterlinien und kleiner Fenster mäßig ist. Trotzdem lassen sich die Plätze auch Erwachsenen zumuten. Anders ist das meist bei den Mittelklasse-SUV, wo es in der optionalen dritten Sitzreihe häufig sehr eng zugeht. Das zwischenzeitlich breite Angebot entsprechender Neuwagenmodelle ist daher zuletzt wieder kleiner geworden.

Blick von oben in den Renault Grand Espace © Hersteller

Das gilt erst recht für die Kompakt-Vans. Dort haben die Plätze sechs und sieben in der Regel Notsitz-Charakter, sie sind eher für Ausnahmen als für den Alltag konzipiert. Platzangebot und Zugänglichkeit sind deutlich schlechter als bei den großen Vans. Zudem bleibt bei voller Bestuhlung nur noch wenig Platz für Gepäck im Kofferraum.

Einen der wenigen ordentlichen Kompromisse hat Ford beim Grand C-Max gefunden, der verlängerten Variante des C-Max. Neben dem gestreckten Radstand sorgen die seitlichen Schiebetüren für eine passable Nutzung der dritten Sitzreihe. Zumindest den Trick mit dem verlängerten Radstand bieten auch der Citroën C4 Picasso und der Renault Grand Scénic. Alle drei Modelle stoßen mit ihrer Länge schon fast in die große Van-Klasse vor, bleiben preislich aber noch darunter.

Sehr klein ist derzeit das Angebot an siebensitzigen Kombis und Limousinen. Bestimmte Ausführungen der Mercedes E-Klasse sind mit Klappsitzen im Kofferraum zu bekommen, auf denen man zumindest auf Kurzstrecken einigermaßen akzeptabel mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt. Peugeot hingegen hat die Siebensitzoption beim Modellwechsel seines Kompakt-Kombis 308 SW gestrichen. Dafür gibt es auf Wunsch ein Auto mit sieben Sitzen, von dem man es zunächst nicht vermuten würde: die Elektro-Limousine Tesla Model S. Gegen Aufpreis werden im Kofferraum zwei versenkbare Klappsitze montiert, die sich laut Hersteller nur für Kinder eignen.