Radfahren macht Spaß, wenn man ein Fahrrad hat, das zu einem passt und die eigenen Ansprüche erfüllt. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn man länger als 15 Minuten mit dem Rad unterwegs sein will. Dann kann der Kauf eines Fahrrads für Alltagsradler komplizierter und zeitaufwendiger werden als der Kauf eines Autos. Schließlich ist beim Fahrrad der Fahrer der Motor; Hände, Hintern und Füße haben Kontakt zum Fahrzeug.

Ist manbeim Kauf unaufmerksam oder wird schlecht beraten, können genau an diesen Punkten später schnell Schmerzen entstehen. Auch schwergängige Schalthebel, rutschige Pedale oder Schrauben, die nach einem halben Jahr rosten, mindern den Fahrspaß. Ebenso ein Rad, das den Fahrer überfordert, weil es zu agil oder zu schwergängig ist. Doch wie findet man das richtige für sich?

Welcher Fahrradtyp?

Die Artenvielfalt ist mittlerweile riesig. Bevor man einen Laden betritt, sollte man sich deshalb möglichst genau überlegen, für welche Strecken man das Rad nutzen will. Soll es das Pendlerrad sein, mit dem man auch den Einkauf erledigt? Will man mit dem Trekkingrad auf Reisen gehen und die Kinder im Anhänger ziehen? Sportlich unterwegs sein oder schnell, aber stilvoll zur Eisdiele cruisen? Je klarer der Einsatz umrissen ist, umso wahrscheinlicher ist es, das passende Fahrzeug zu finden.

Wie teuer muss ein Fahrrad sein?

Wie viel man für ein vernünftiges Fahrrad ausgeben sollte, richtet sich entscheidend danach, wie intensiv und für welchen Zweck es genutzt wird. Wer täglich damit unterwegs ist, ärgert sich, wenn schon nach sechs Monaten blanke Metallteile am 500 Euro teuren Citybike Flugrost ansetzen. Bei Stadt- und Sporträdern über der 900-Euro-Grenze ist das unwahrscheinlicher. Ab diesem Preis sind Schaltung, Bremse und Licht robuster und besser verarbeitet, und man kann davon ausgehen, dass auch Kleinteile wie Schrauben und Züge aus hochwertigerem Material bestehen.

Bei Sonderangeboten dagegen sollte man genau auf die Komponenten achten. Oftmals kommt nur die Schaltung von einem Markenhersteller, und die übrigen Komponenten sind von unbekannten Herstellern oder weniger hochwertig. Im Extremfall sind sogar nur einzelne Teile der Schaltung – beispielsweise das Schaltwerk – von Shimano, und der Rest ist aufgefüllt. Nachfragen hilft.

Wer weniger Geld ausgeben möchte, aber auf Qualität Wert legt, kann den Händler nach Vorjahresmodellen fragen oder sich mit einem Experten aus dem Bekanntenkreis auf dem Gebrauchtmarkt umsehen.

Günstigere Räder muss man häufiger warten und pflegen, damit sie ihre Arbeit tun. Bei hochpreisigeren Cityrädern sind die Komponenten weniger anfällig. Aber auch diese Räder müssen gepflegt werden.

Schaltung

Ob man sich für eine Naben- oder Kettenschaltung entscheidet, ist in erster Linie eine Geschmackssache. Die Kettenschaltung braucht mehr Pflege als eine Nabenschaltung, dafür ist sie meist leichter und bietet in der Regel eine feinere Abstufung der Übersetzung.

Die Nabenschaltung dagegen ist die Sorglosvariante. Wer in der Ebene wohnt, dem reicht sie manchmal bereits in der Dreigang-Version. Wer aber auch mal einen Hügel hinauf will, ist mit sieben, acht oder neun Gängen gut bedient. Für ambitionierte Radreisen oder sportlichem Radfahren im Gelände kann man zwischen einem 14-Gang-Antrieb von Rohloff und dem Pinion-Getriebe mit 18 Gängen wählen. Versieht man bei der Nabenschaltung die Kette noch mit einem Schutz, schützt sie Material und Hose vor Schmutz.

Mit nur einem Gang kommt ein Singlespeed aus – reduzierter Radfahren geht nicht. Ohne Freilauf heißt das bergab: schneller Treten. Das muss man mögen. Allerdings: Da der Gangwechsel wegfällt, können Kette, Ritzel und Kettenblatt robuster konzipiert werden und verschleißen weniger.