Die sportliche Limousine, Baujahr 2030, hat einen Verbrennungsmotor; ein Elektromotor sorgt beim Beschleunigen für zusätzlichen Schub. Nur: Einen Tank für Benzin oder Diesel gibt es nicht. Stattdessen ist Erdgas der am besten geeignete Kraftstoff. Seine hohe Oktanzahl von 130 erlaubt es, den Motor extrem klein zu halten und trotzdem eine hohe Leistung zu bekommen. Der Anteil von grünem statt fossilem Erdgas wächst ständig an. Und im Gegensatz zu batterieelektrischen Autos ist der Hybridwagen mit CNG-Antrieb (Compressed Natural Gas) vor allem leicht – fürs dynamische Fahren ist zu viel Gewicht auch in Zukunft Gift.

Dieses erdachte Szenario ist keineswegs unrealistisch. Zwar deutet heute der Marktanteil von Erdgasautos in Deutschland eher auf dauerhaftes Siechtum als auf einen nahenden Durchbruch hin. Doch die Chancen für einen langfristigen Erfolg bleiben gut.

Ein Grund dafür ist, dass Erdgas sauberer verbrennt als Benzin oder Diesel. Gesundheitsschädlicher Feinstaub oder Stickoxide entstehen nicht. Darum ist – vor allem im Vergleich zum immer teurer werdenden Dieselmotor – der Kostenaufwand für die Abgasreinigung niedrig. Das wird mit kommenden Emissionsnormen noch wichtiger werden, als es schon ist.

Komponenten des Benziners technisch überflüssig

Geld bleibt eben ein wichtiger Faktor. Da könnte der CNG-Antrieb bald einen wesentlichen Kostenballast verlieren: den zweiten Tank für Benzin sowie die dazugehörigen Einspritzkomponenten. Wer heute ein Erdgasauto kauft, kann immer auch den traditionellen Sprit tanken. Aus technischer Sicht ist das nach Auskunft von Volkswagen längst überflüssig: Der Kaltstart funktioniert gut ohne Benzin.

Was dem finalen Rausschmiss der Benziner-Teile momentan entgegensteht, ist die Angst vorm Liegenbleiben. Tatsächlich ist der Ausbau der Infrastruktur von zurzeit 921 auf mindestens 2.000 CNG-Tankstellen zwischen Flensburg und Füssen die Grundvoraussetzung für jeden Verkaufserfolg.

Dass der sich einstellen könnte, glaubt auch das Institut für Kraftfahrzeuge (IKA) der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Es hat im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums eine Studie zur CO2-Reduzierung erstellt. Darin prognostiziert das IKA für das Jahr 2030 je nach Fahrzeugklasse und Ölpreisentwicklung einen Marktanteil von CNG zwischen zwei und zehn Prozent. Interessant ist, dass die Zahlen damit grundsätzlich deutlich über dem der batterieelektrischen Autos liegen. CNG vor kWh, das ist die Botschaft des IKA.