Es gibt sie, die Weltautos – Modelle, die man in Dortmund ebenso kauft wie in Atlanta oder Osaka. Den Ford Mondeo zum Beispiel, den der Autohersteller nicht ohne Grund so genannt hat. Oder den VW Golf.

Doch die Welt auf dem Asphalt ist bunt, und in manchen Ländern führen ganz andere Modelle die Zulassungsstatistiken an. Solche, die man in Deutschland kaum kennt. Hier sind fünf Beispiele.

Wuling Hongguang (China)

In der Volksrepublik sieht man an jeder Straßenecke Minibusse. Sie sind preiswert, simpel zu reparieren und bieten viel Volumen auf wenig Fläche. Damit sind sie die perfekten Mehrzweckfahrzeuge für Metropolen und ländliche Gebiete, egal ob Waren oder Passagiere transportiert werden sollen. Genutzt werden sie vor allem von Gewerbetreibenden – Privatpersonen fahren, wenn finanziell möglich, lieber in klassischen Stufenhecklimousinen.

Offiziell zählen die kleinen Alleskönner aber als Pkw. Das erfolgreichste Modell ist seit einigen Jahren der Wuling Hongguang, ein Gemeinschaftsprodukt von General Motors und dem chinesischen Hersteller SAIC. Rund eine Dreiviertelmillion Fahrzeuge wurden allein im vergangenen Jahr verkauft, der absolute China-Rekord für einen Pkw.

Lada Granta (Russland)

Lada Granta © Hersteller

Der Thron wackelt, aber er steht noch: Nach Jahren der Dominanz machen dem Lada Granta zunehmen Kia Rio und Hyundai Solaris den Platz an der Spitze der russischen Zulassungsliste streitig. Selbst die Marke Lada – seit der Gründung Anfang der 1970er Jahre zunächst Monopolist, dann Freier-Markt-Führer – zittert mittlerweile unter dem Druck aus Fernost. Zumindest der kompakte Granta hat dem auch nur wenig entgegenzusetzen. Zwar ist die 2011 eingeführte Stufenhecklimousine spürbar moderner als der jahrzehntelang gebaute Vorgänger Lada Nova, doch dass man in Russland die automobile Entwicklung lange verschlafen hat, kann auch der Granta nicht verbergen. Knapp 5.500 Euro kostet das Modell auf dem Heimatmarkt. In Deutschland ist der Lada mit 6.750 Euro aktuell der billigste Neuwagen – noch vor dem Dacia Sandero.

Honda N-Box (Japan)

Honda N-Box © Hersteller

Kei Cars sind eine japanische Spezialität. Die Kleinstwagen wirken zunächst wie skurrile Miniaturen "echter" Autos: Es gibt winzige Geländewagen, zwergenhafte Vans und maximalgeschrumpfte Kleinwagen. Die kleinen Mobile werden in Japan steuerlich begünstigt. Außerdem fällt der bei größeren Autos oft notwendige Parkplatz-Nachweis weg. Weil die Autos einen besonderen Modelleisenbahn-Charme haben und zudem verblüffend viel Raum auf wenig Grundfläche bieten, finden von Zeit zu Zeit auch Modelle den Weg nach Deutschland. Autos wie der Daihatsu Copen oder der Nissan Cube waren letztlich aber doch zu exotisch, um ausreichend Kunden zu finden.

Das dürfte auch der Grund sein, warum der Honda N-Box dem heimischen Markt vorbehalten bleibt. Der Mikro-Van bietet auf 3,40 Metern vier Insassen Platz, wird von einem 0,7 Liter großen Dreizylinder angetrieben, verfügt serienmäßig über eine Automatik und kann auch mit Allradantrieb geordert werden. Knapp 80.000 Japaner greifen jedes Jahr zu.