War es vor Jahrzehnten noch nicht selbstverständlich, schnallen die allermeisten Eltern heutzutage ihre Kinder im Auto an. Damit Kinder im Auto wirklich sicher sind, gibt es aber noch mehr zu beachten.

Worauf sollte man beim Kindersitzkauf achten?

Eine erste Orientierung bieten Testurteile aus Autozeitschriften, von Autoclubs oder der Stiftung Warentest. Billige Kindersitze erfüllen häufig zwar die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen, zeigen in Crashtests aber oft Mängel. Teuer muss der Kindersitz aber auch nicht sein: Oft werden Auslaufmodelle von Markenherstellern günstig verkauft. Sie sind meist die bessere Alternative zu einem sehr billigen Modell. Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass das Kindersitzmodell auch ins eigene Auto passt.

Bis zu welchem Alter sollten Kinder rückwärts sitzend mitfahren?

Bis etwa drei bis vier Jahre ist es für Kinder am sichersten, wenn sie in einem rückwärtsgerichteten Sitz gesichert werden. Denn so ist ihr sensibler Nacken besser geschützt. Die Kräfte, die bei einem Frontalcrash – der gängigsten und oft gravierendsten Unfallform – auf den Nacken wirken, sind enorm und können bei Kleinkindern zu schweren Schäden führen. Zahlen der Volvo-Unfallforschung aus Schweden, wo Kinder oft bis zum Alter von drei oder vier Jahren rückwärts sitzen, belegen dies. In den neuen Kindersitzen nach der europäischen i-Size-Norm sitzen die Kleinsten bis zum Alter von 15 Monaten immer rückwärts, im Handel gibt es auch rückwärtsgerichtete Kindersitze für Ältere.

Welchen Vorteil bietet Isofix?

Die meisten Autos der vergangenen zehn Jahre haben Isofix an Bord, Neuwagen sowieso. Dabei handelt es sich um ein einfaches Befestigungssystem für Kindersitze, bei dem dieser mit einem Klick in zwei Metallschlaufen am Sitz einrastet. Das geht bequem und schnell, eine Fehlbedienung ist fast ausgeschlossen. Bei der Befestigung mit einem Gurt machen viele Eltern Fehler, zum Beispiel weil sie nicht bemerken, dass der Gurt verdreht ist, oder ihn nicht fest genug anziehen. Bei älteren Fahrzeugen kann man oftmals auch Isofix nachrüsten.

Kann ich auch einen gebrauchten Sitz kaufen?

Man sollte nur dann einen gebrauchten Sitz kaufen, wenn er unbeschädigt ist, empfiehlt der ADAC: Der Sitzkörper darf beispielsweise keine Risse, Verformungen oder Bruchstellen aufweisen. Auch die Gurte dürfen nicht rissig sein oder ausfasern, die Gurtschlösser müssen einrasten. Außerdem muss die Bedienungsanleitung vorliegen. Auch ein gebrauchter Sitz sollte unbedingt die Prüfnorm ECE-R 44/03 oder ECE-R 44/04 aufweisen. Wer einen gebrauchten Sitz von Freunden oder Familienangehörigen erwirbt, kann eine unübliche Abnutzung besser hinterfragen.

Bis zu welchem Alter brauchen Kinder einen Sitz?

In Deutschland schreibt die Straßenverkehrsordnung in Paragraf 21 vor, dass Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr einen Sitz benutzen müssen – zumindest aber, wenn sie kleiner als 1,50 Meter groß sind.

Genügt auch ein dickes Kissen als Unterlage?

Nein, denn bei einem Aufprall kann das Kissen verrutschen, sodass das Kind unter dem Sicherheitsgurt herausrutscht und sich verletzt. Außerdem sorgt eine professionelle Sitzerhöhung aurch dafür, dass der Gurt so geführt wird, dass er das Kind nicht verletzt. Beispielsweise kann ein hochrutschender Beckengurt schwere Bauchverletzungen verursachen.

Muss die Sitzerhöhung für ältere Kinder eine Rückenstütze haben?

Rückenstützen sind nicht zwingend notwendig, aber auch für größere Kinder bequemer und sicherer, da der Kopf besser abgestützt wird.

Ist eine Sitzerhöhung sinnvoll, die bereits in das Auto integriert ist?

Grundsätzlich ja, einen in das Auto integrierten Kindersitz kann man nicht vergessen und er ist auch bei einer spontanen Mitnahme (Klassenkameraden, Mitfahrt bei Großeltern) schnell einsatzbereit. Eine Sitzerhöhung, wie sie beispielsweise für Volvo V60, Mercedes B-Klasse oder VW Sharan angeboten wird, lässt sich mit einem Handgriff aus- und einklappen. Da sie im Stil der übrigen Innenausstattung gehalten ist, dürfte es auch einfacher sein, ein widerwilliges Kind von der Nutzung des Sitzes zu überzeugen.

Sollten Kinder den Brustgurt unter den Arm klemmen?

Weil der Gurt am Hals entlangführt, klemmen manche Eltern ihren Kindern den diagonal über die Brust verlaufenden Gurt unter den Arm. Aber das ist ein Fehler. Unfallforscher haben herausgefunden, dass der Gurt beim Unfall dann nicht mehr den Körper des Kindes zurückhalten kann. Mehr noch: Er schneidet in die weicheren Teile von Brust und Bauch ein und kann dort zu Verletzungen führen. Wenn der Gurt hingegen am Hals entlangführt, ist das höchstens unangenehm, aber nicht gefährlich.

Welcher Platz im Auto ist für Kinder der sicherste?

Laut ADAC ist der sicherste Platz grundsätzlich auf dem Rücksitz. Auf dem Platz hinten rechts kann das Kind immer auf der Seite zum Fußweg ein- oder aussteigen. Der Platz auf dem Beifahrersitz ist nur sicher, wenn der Airbag ausgeschaltet ist. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung des Autos, bei Zweifeln sollte man in der Werkstatt fragen.