Wenn der Octavia der größere Golf ist, dann ist der Superb der geräumigere Passat. Seit nunmehr drei Generationen vereint das Topmodell von Škoda ein großes Platzangebot mit gerechtfertigten Preisen. Das ist in der aktuellsten Ausführung nicht prinzipiell anders – auch wenn die tschechische Volkswagen-Tochter sich nun eher an Businessmodellen wie dem Audi A6 als an der bürgerlichen Mittelklasse orientiert.

Wie VW Golf und VW Passat nutzt der Škoda Superb den flexiblen modularen Querbaukasten des Volkswagen-Konzerns, dehnt ihn aber auf die aktuell großzügigsten Dimensionen aus. Mit fast 4,90 Metern Länge trennt den Superb nur noch ein Fingerbreit von der gehobenen Businessklasse. Weil man den Raum dank Quermotor und Vorderradantrieb besser nutzen kann als etwa BMW und Mercedes, ist das Platzangebot vor allem auf der Rückbank noch großzügiger.

Bislang musste der Kunde dafür ein leicht biederes Design und eine eingeschränkte Ausstattung hinnehmen – in der aktuellen Generation ist das nicht mehr so. Das Flaggschiff der Tschechen ist ein optisches Statement und kann auf eine lange Technik-Optionsliste zurückgreifen. Schon das Basismodell enthält einen City-Notbremsassistenten, zudem bietet Škoda für den Superb einen Spurhalte-, einen Abstandshalte- und einen Totwinkel-Assistent sowie einen Einpark-Piloten an.

Seit gut einem Monat gibt es den neuen Superb als Limousine. Die Kombivariante kommt im Herbst auf den Markt, ist aber schon vorher bestellbar. Raum für Gepäck bieten beide mehr als genug. In der 4,86 Meter langen Limousine haben hinter dem Kofferraumdeckel 625 Liter Platz. Der Kombi schlägt beim Ladevolumen sogar fast die eine Klasse höher positionierte Mercedes E-Klasse, muss sich beim Maximalwert mit umgeklappten Sitzen aber knapp geschlagen geben, wegen seiner schräg stehenden Heckscheibe. Großzügig ist auch das Platzangebot im Fond des Fünftürers. Dort müssen selbst besonders lange Beine und empfindliche Knie keinen Kontakt mit der Vorderlehne fürchten.

Breite Auswahl an Extras

Wie die übrigen Komponenten stammen auch die Motoren des Superb aus dem Golf-Regal. Entsprechend groß sind Angebot und Vielfalt – andere Importmarken können hier nicht mithalten. Die Auswahl an Ottomotoren startet mit dem bewährten 1,4-Liter-Turbo (92 kW/125 PS), der es mit dem großen Auto aber eher schwer hat. Einigermaßen flott ist man mit der 110 kW/150 PS starken Ausführung unterwegs. Sie setzt zum Benzinsparen auf Zylinderabschaltung und könnte mit einem Normverbrauch von 4,8 Litern je 100 Kilometer auch überzeugte Dieselfahrer locken.

Stärkster Benziner ist der auch aus dem VW Golf GTI bekannte 2,0-Liter-Turbo mit 162 kW/220 PS, der den Škoda souverän bewegt, dann aber auch deutlich mehr verbraucht als die angegebenen 6,2 Liter. Beste Wahl für den großen Tschechen ist ein Diesel. Für einfache Ansprüche genügt der 1,6-Liter-Motor mit 88 kW/120 PS, Vielfahrer wählen besser die 2,0-Liter-Version mit 110 kW/150 PS oder 140 kW/190 PS. Letztere gibt es auf Wunsch auch mit Allradantrieb, der dann immer an ein Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist. Die Automatik gibt es bei anderen Motorversionen gegen Aufpreis – den Basisdiesel und die beiden 1,4-Liter-Benziner gibt es aber nur mit manuellem Sechsganggetriebe.

Vier Ausstattungsvarianten offeriert Škoda für den Superb. In 3.000-Euro-Schritten geht es vom Basisniveau Active über Ambition und Style zur höchsten Linie L&K, benannt nach den Firmengründern Laurin und Klement. Bereits das Einstiegsmodell enthält unter anderem Klimaanlage, Radio mit Touchscreen und Freisprecheinrichtung, City-Notbremsassistent sowie das Škoda-typische clevere Zubehör wie den Eiskratzer im Tankdeckel. Dazu kommt eine Smartphone-Anbindung über Apple Car Play und Android Auto.

Allerdings ist die Liste der zusätzlich bestellbaren Extras im Active-Niveau recht kurz. Wer die volle Auswahl will, muss mindestens die nächsthöhere Linie wählen und kann dann gegen Aufpreis auch bessere Sitze, Design-Upgrades und zahlreiche Assistenten wählen. Zu den interessanten Extras zählt etwa eine elektrische Heckklappe mit Gestensteuerung, dynamisches Xenonlicht und ein adaptives Fahrwerk.

Deutlich umfangreicher als in der Vorgängergeneration ist zudem das Programm an Assistenzsystemen: um in der Spur zu bleiben, den richtigen Abstand zum Vordermann zu halten und die Gefahr des toten Winkels zu reduzieren. Die beste Technik gibt es aber nur, wenn zahlreiche technische Voraussetzungen erfüllt sind. So müssen für das nominell günstige Spurhaltepaket auch Parksensoren und elektrisch klappbare Außenspiegel geordert werden.

Wer einen voll ausgestatteten Superb will, verlässt daher schnell die günstigen Preisregionen und stößt in den 50.000-Euro-Bereich vor. Die Limousine mit dem 140 kW/190 PS starken Diesel und Allrad kostet in der L&K-Ausstattung mindestens 43.050 Euro – hier fühlt sich der Škoda aber tatsächlich fast so luxuriös an wie die großen Premium-Limousinen.

Technische Daten (Basismodell, Limousine)

Motorbauart: 1,4-Liter-Turbobenziner
Leistung: 92 kW (125 PS)
Beschleunigung (0-100 km/h): 9,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h
Normverbrauch: 5,4 Liter je 100 Kilometer
CO2-Ausstoß: 122 Gramm je Kilometer
Preis: ab 24.590 Euro (Kombi 1.000 Euro Aufpreis)