Bei einer Offenfahrt im Cabrio wird die Wallemähne üblicherweise schnell zur inakzeptablen Sturmfrisur. Im DS 3 Cabrio bleibt die Frisur in aller Regel, wie sie ist – ein Vorteil in einem Auto, für das die Designer sich explizit Käuferinnen ausgemalt haben. Echte Cabrio-Fans werden das Auto dagegen eher kritisch beäugen. Denn bei dem Fahrzeug aus dem Hause Citroën handelt es sich genau genommen nicht um ein Cabrio, sondern um einen Kleinwagen mit Faltdach, das sich aber auch hinten weit herabsenken lässt. Über dem Kopf ist also der Himmel die Grenze, an den Seiten sind es die Dachholme.

Doch auch Cabrio-Anhänger werden kaum leugnen können, dass das DS 3 ansprechend gezeichnet ist. Und was die Sturmfrisur betrifft: Schnellfahrt ist per se ja nicht die gängige Einsatzvariante eines offenen Cabrios. Allerdings muss man im DS 3 selbst für ein kurzes Stück Stadtautobahn nicht den Deckel schließen – zumindest wenn man die Ganz-offen-Stufe gewählt hat, die das Verdeck samt Kunststoff-Heckscheibe hinter den Rücksitzen auffaltet. Erst ab 130 km/h wird es wirklich ungemütlich. In der Halb-offen-Stufe, bei der die Heckscheibe mit dem Ende des Verdecks senkrecht bleibt, ist es wegen der Verwirbelungen schon früher laut und zugig.

Aber auch mit geschlossenem Dach erwies sich der Kleinwagen im Test als so souverän, wie man es Vertretern seines Segments nicht unbedingt zutraut. Auf den ersten Blick passt zu dem stylischen Stadtflitzer ein spritziger Benzinmotor besser als ein Dieselantrieb, doch der 1,6 Liter große Selbstzünder BlueHDi 100 mit 73 kW (99 PS) überzeugte nach einigen Testkilometern auf ganzer Linie.

Weniger sportlich, dafür kraftvoll und elastisch tut der Diesel seinen Dienst, so dass man auch auf der Autobahn bei schnellerem Tempo (maximal 190 km/h) manierlich mitschwimmen kann. Hier hätte man sich allerdings einen sechsten Gang gewünscht, eine solche Schaltbox ist aber nur in Verbindung mit dem größten Diesel erhältlich. Ansonsten ist das Fünfgang-Schaltgetriebe aber gut abgestimmt. Auch der Verbrauch geht in Ordnung: Fünf Liter flossen im Schnitt pro 100 Kilometer durch die Leitungen, mit Sparpotenzial nach unten. Der Hersteller gibt den Normverbrauch mit 3,5 Litern an.

Staubtuch nicht serienmäßig

Um auf den Chic zurückzukommen: Mit seiner ausdrucksstarken Front, den immer abgedunkelten A-, B- und C-Säulen und hinteren Fenstern sowie dem sehr eigenwillig zur B-Säule hochgezogenen Karosserieblech zählt der DS 3 zu den auffälligen und hübschen Exemplaren unter den Kleinwagen. Im Inneren unseres Testwagens brachten Dekoreinsätze in schwarzer Klavierlack-Optik (serienmäßig ab der zweiten Ausstattungslinie) Glanz. Ein Staubtuch sollte man dann allerdings ins Handschuhfach legen, denn gegen die sich gern auf Kunststoff-Lackflächen absetzenden Staubkörner kann man kaum anwedeln.

Dass nicht alles bleibt, was glänzt, bewiesen erste Gebrauchsspuren an empfindlichen Stellen und dem ebenfalls sehr hübsch designten Klappschlüssel unseres eigentlich noch jungen Testwagens. Der Schlüssel enthält übrigens serienmäßig eine Funkfernbedienung.

Das Zweitürer-Cabrio mit Diesel ist ein hervorragender Kompromiss zwischen Alltagsbegleiter, Mode-Accessoire und sommerlichem Spaßmobil. Einiger Nachteile sollten sich Käufer aber bewusst sein. Wir haben uns beispielsweise gefragt, ob Französinnen ganz besonders gute räumliche Vorstellungskraft haben – wie wäre sonst zu erklären, dass die Citroën-Konstrukteure ein explizites Frauenauto bauen, das man auch als versierte (deutsche) Einparkerin beim besten Willen nicht überblicken kann? Weil man mit heruntergelassenem Verdeck nach hinten überhaupt nichts mehr sieht, gehören immerhin hintere Parkpiepser zum Serienumfang.

Konstruktionsbedingt ist der – bei Cabrios wie gewohnt beschränkte – Kofferraum (245 Liter) außerdem äußerst schwer zugänglich. Ein schmales Kläppchen hebt sich platzsparend nach oben und macht den Blick auf einen schmalen Schlitz frei, in den sich Einkaufstüten, Köfferchen oder eine schmale Wasserkiste über eine hohe Kante hineinhebeln lassen. Und wo wir gerade bei der Kritik sind: Im Gegensatz zu anderen gerade erneuerten Kleinwagen bietet das DS 3 Cabrio bis auf die optionale Freisprecheinrichtung mit USB-Anschluss keinerlei Verbindungsmöglichkeiten mit dem Smartphone.

Das alles soll aber nicht davon ablenken, dass der 3,95 Meter lange Fünfsitzer eine gute Alternative zu Standard-Kleinwagen ist und mit seinem großen Faltdach in dieser Klasse ein Alleinstellungsmerkmal hat. Mit einem Preis von 23.940 Euro dürfte unser Testwagen eher über dem Budget einer üblichen Kleinwagenkäuferin liegen – der Basispreis für das DS 3 Cabrio liegt bei 18.440 Euro.

Technische Daten

Motorbauart: 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel
Leistung: 73 kW (99 PS)
Beschleunigung (0-100 km/h): 10,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Normverbrauch: 3,5 Liter je 100 Kilometer
CO2-Ausstoß: 92 Gramm je Kilometer
Testverbrauch: 5,0 Liter je 100 Kilometer
Preis: ab 23.940 Euro