Angesichts immer strengerer Grenzwerte kämpfen die Autohersteller bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes um jedes Gramm. Allein mit teurer Technik wie der Brennstoffzelle und dem Plug-in-Hybridantrieb wird der durchschnittliche Flottenverbrauch nicht so stark sinken wie nötig.

Aber es gibt auch technische Innovationen mit mehr Massenmarktpotenzial. Die kommen – weil CO2-Ausstoß und Kraftstoffverbrauch unmittelbar miteinander zusammenhängen – auch dem Autofahrer zugute. Wir stellen fünf besonders erfolgversprechende Trends vor, die kurz vor der Markteinführung stehen.

Segeln mit der elektronischen Kupplung

Das Wort aus der Seefahrtsprache weckt Gedanken an blauen Himmel, klares Wasser, saubere Luft. Ein bisschen was ist da auch dran, denn beim "Segeln" mit dem Auto wird der Verbrennungsmotor kurzzeitig komplett ausgeschaltet. Das Auto rollt, solange es die Umstände zulassen, ohne Antrieb, aber auch ganz ohne Emissionen. Damit die Reibung im Motor dieses saubere Gleiten nicht unnötig abbremst, wird dieser über die Kupplung kurzerhand von den frei laufenden Rädern getrennt.

Das Problem: Bislang funktioniert das nur bei Automatikfahrzeugen. Bei Autos mit Handschaltung müsste der Fahrer auf das Kupplungspedal treten und den Motor manuell ausschalten – was aus vielerlei Gründen nicht zu empfehlen ist. Eine elektronische Kupplung umgeht das Problem dadurch, dass die starre mechanische Verbindung zur Kupplung selbst durch elektrische Stellmotoren ersetzt wird. Diese können die Kupplung auch unabhängig vom direkten Befehl des menschlichen Fußes schließen und öffnen.

Das passiert nicht nur beim Segeln, sondern etwa auch beim Halt an der Ampel. "Messungen zeigen, dass unter realen Betriebsbedingungen ein Verbrauchsvorteil von zehn Prozent möglich ist", sagte Bosch-Geschäftsführer Rolf Bulander kürzlich auf dem Wiener Motorensymposium, dem europaweit wichtigsten Branchentreffen zum Thema Fahrzeugantrieb. Weil das ein verlockender Wert ist und die Technik ohne großen Aufwand in allen Preis- und Größenklassen genutzt werden kann, könnte sie über kurz oder lang zum Standard bei Fahrzeugen mit Handschaltung werden. Erste Autos werden für 2017 erwartet.

Kühl und sparsam mit Wassereinspritzung

Das sogenannte Downsizing funktioniert bislang am besten auf dem Papier. In der Praxis dagegen enttäuschen die geschrumpften und mit Turbos versehenen Benzinmotoren häufig komplett mit hohem Verbrauch. Das liegt vor allem am Durst bei schneller Fahrt: Dann werden die kleinen Triebwerke nämlich so heiß, dass die Motorsteuerung flüssiges Benzin zur Kühlung in die Zylinder spritzen muss – für die Effizienz eine Sünde.

Einen ähnlich kühlenden Effekt ohne Mehrverbrauch verspricht nun die Wassereinspritzung. Die schon seit Jahrzehnten immer wieder diskutierte Technik dürfte 2016 endlich in Serie gehen.

Zunächst wird sie in Sondermodellen des Sportwagens BMW M3 und M4 eingesetzt werden, weil sie neben Verbrauchs- auch Leistungsvorteile bringt. Das eingespritzte Wasser – BMW gewinnt es aus Kondensation in der Klimaanlage – kühlt auch die Ansaugluft, wodurch die Leistungsausbeute des Motors steigt. Angenehmer Nebeneffekt: Der Katalysator wird geschont.