Die Halter von 2,4 Millionen Volkswagen-Fahrzeugen müssen ihre Autos bis Ende 2016 in die Werkstatt bringen. Im Skandal um die Manipulation von Diesel-Abgaswerten ordnete das Kraftfahrtbundesamt den Rückruf der Fahrzeuge an, wie ein Sprecher der Flensburger Behörde sagte. Die von Volkswagen vorgeschlagene Vorgehensweise lehne die Zulassungsbehörde ab. Es ist damit nicht allein den Fahrzeughaltern überlassen, ob sie die Fehler an ihren Fahrzeugen beseitigen lassen oder nicht.

Die eingebaute Manipulationssoftware sei in allen Fahrzeugen aktiv, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Autos dürften aber dennoch weiter in Betrieb bleiben.

Der Konzern hatte dem Amt Anfang Oktober einen Plan dazu vorgelegt, wie er die mit manipulierten Motoren ausgestatteten Fahrzeuge in Deutschland in Ordnung  bringen will. Betroffen sind demnach Fahrzeuge mit Euro-5-Dieselmotoren der Größe 2 Liter, 1,6 Liter und 1,2 Liter Hubraum. Bei den 2,0-Liter-Motoren müssten lediglich Änderungen an der Software vorgenommen werden, schrieb Volkswagen. Bei den 1,6-Liter-Autos werde "zusätzlich zu einer neuen Software mit großer Sicherheit eine motortechnische Anpassung notwendig sein". Der Konzern wollte das bis Ende 2016 abschließen, räumte nun aber ein, dass ein bestimmtes Bauteil erst ab September 2016 verfügbar ist. Bis Ende November müsse Volkswagen die technischen Lösungen für die Fahrzeuge dem Bundesamt vorführen, sagte Minister Dobrindt. Wann der Rückruf und die technischen Änderungen abgeschlossen sind, sei noch offen.

Volkswagen hatte zugegeben, in den USA Diesel-Emissionswerte mit einer Software manipuliert zu haben, sodass sie auf dem Prüfstand die Grenzen für Stickoxide einhielten. Weltweit sind bis zu elf Millionen Fahrzeuge mit diesem Computerprogramm unterwegs. Ob und wie weit es auch in anderen Ländern unerlaubt eingreift, wird noch untersucht.  Die Zahl von 2,4 Millionen Fahrzeugen in Deutschland erkläre sich dadurch, dass etwa 400.000 manipulierte Autos nicht mehr auf den Straßen unterwegs seien, sagte Dobrindt. Er hatte früher eine Zahl von 2,8 Millionen manipulierten Volkswagen genannt.

Bisher ist nicht ausgeschlossen, dass die Nachbesserung der Fahrzeuge sich auf den Spritverbrauch, die Kfz-Steuer oder die Zulassung der Fahrzeuge für die Umweltplakette auswirkt. Denn die Reinigung der Abgase im sogenannten Rezirkulationsverfahren verbraucht auch Energie und damit Kraftstoff. Damit wiederum steigt auch der Ausstoß von CO2 und Rußpartikeln.