Das Mini-Konzept hat in den vergangenen Jahren immer mehr und teilweise auch immer verrücktere Blüten getrieben. Neben dem klassischen Dreitürer gibt es da auch ein Cabrio, ein Coupé, den Mini Paceman, den Countryman. Nicht alle Varianten sind auf Anhieb exakt definierbar. Der Countryman etwa changiert zwischen Kombi, Shooting-Brake und SUV, dank Allradantrieb.

Da wirkt der normale Mini, aber mit fünf Türen, als eben genau das: relativ normal. Das geht bis zu den Abmessungen. Die Länge des Fünftürers entspricht ziemlich genau der eines Volkswagen Polo – des vielleicht normalsten aller Kleinwagen.

Der Fünftürer ist auf Anhieb als Mini zu erkennen, denn er verfügt über genau jene Waffen, durch die schon die anderen Modelle zum Liebling vor allem von Großstadtmenschen avancierten, die sich als jung und hip begreifen. Mit den Waffen sind die Kindchenschema-Scheinwerfer, die knackigen Proportionen mit kurzen Überhängen und auch das Interieur gemeint, das wir immer noch "Ich bin anders" schreien zu hören glauben.

Mit dem Fünftürer erhält man neben den beiden zusätzlichen Zugängen in den Wagen auch etwas mehr Raum, denn diese Mini-Variante ist um 16 Zentimeter auf 3,98 Meter gestreckt. Allerdings hat das seinen Preis: Das Auto verliert optisch gegenüber dem Standardmodell. Zwar sind die Proportionen immer noch knackig, aber eben nicht so umwerfend wie beim Schwestermodell. Man sehe sich nur mal den hinteren Überhang im Vergleich an.

Dafür gibt es knapp 70 Liter mehr Platz für Gepäck: Der Kofferraum fasst 278 Liter, und nach dem Umklappen der Rücksitze passen bis zu 941 Liter hinein. Auch die Fondpassagiere können sich über etwas mehr Raum freuen – wobei zumindest erwachsene Passagiere von einem komfortablen Sitzen immer noch recht weit entfernt sind.

Seine größte Schwäche ist der Preis

Ansonsten entspricht der Innenraum dem des Dreitürers, einschließlich des seit dieser Mini-Generation endlich nicht mehr mittig platzierten Tachos. Das lässt hier nun Platz für ein bratpfannengroßes Display. Immer noch erfordert die Bedienung des Mini aber einiges an Eingewöhnung, und in mancher Hinsicht geht es immer noch zu verspielt zu. Das mag zum Konzept passen, nervt im Alltag aber.

Die Stärken auch des größeren Mini liegen ganz klar auf der Straße. Über das hervorragende Fahrwerk ist schon viel geschrieben worden, wir wollen an dieser Stelle die Eigenschaft "Go-Cart-ähnlich" nicht weiter vertiefen. Die eigentliche positive Überraschung unseres Testwagens war der dreizylindrige Turbobenziner. Seine 136 PS sind für den Fahrspaß im Mini völlig ausreichend. Der 1,5 Liter große Motor zog auf den Probefahrten den Wagen jederzeit zügig nach vorn. Gerade in der Stadt wuselt sich der Mini damit stets sehr gut durch, auch dank des knackigen Sechsganggetriebes. Auf der Autobahn reicht es immerhin bis 207 km/h.

Kurzum: ein toller Motor. Statt der vom Hersteller angegebenen 4,7 Liter flossen bei uns im Schnitt 6,4 Liter je 100 Kilometer durch die Leitungen. Haben wir da etwa ein wenig zu viel Fahrspaß gehabt?

Die große Schwäche des Fünftürers wie letztlich aller Minis ist indes die Preisgestaltung. Schon der Basispreis liegt bei 20.800 Euro, 900 Euro mehr als der Dreitürer – zur Erinnerung: für eine Art Edel-Polo. Hinzu kommt, dass der Mini alles andere als großzügig ausgestattet ist. Für die knapp 21 Tausender ist zum Beispiel noch nicht einmal eine Klimaanlage an Bord. Man muss diese wie viele andere Dinge einzeln oder in Paketen dazukaufen, so dass man für einen angemessen ausgestatteten Mini Fünftürer Cooper wohl mit kaum unter 25.000 Euro an den Neuwagen kommt. Das ist dann alles anderes als mini.

Technische Daten

Motorbauart: 1,5-Liter-Turbobenziner, drei Zylinder
Leistung: 100 kW (136 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 8,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 207 km/h
Normverbrauch: 4,7 Liter je 100 Kilometer
CO2-Emission: 109 g/km
Effizienzklasse: B
Testverbrauch: 6,4 Liter je 100 Kilometer
Preis: ab 20.800 Euro