Das bedeutet für die Funktechnik: Während heutige Mobilfunksysteme, die hauptsächlich auf die Sprachübertragung ausgerichtet sind, mit Verzögerungen von bis 80 Millisekunden arbeiten, soll die Übertragung von Auto zu Auto oder vom Datenserver zum Auto künftig nur noch eine Millisekunde dauern. "Echtzeit" lautet denn auch das neue Zauberwort der Branche. "Die Echtzeit-Datenkommunikation zwischen Autos und Infrastruktur macht den Verkehr vorhersehbar und vermeidet Staus und Unfälle", heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium.

So ist 4G/LTE für die Mobilfunk- und Autoentwickler bereits uninteressante Technik von gestern. Ihr Augenmerk richtet sich auf die nächste Generation der Funktechnik, den 5G-Standard. Damit sollen eines Tages Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu zehn GBit/s erreicht werden. "5G ist eine Schlüsseltechnologie für die vernetzte Gesellschaft", lobt Olaf Reus, Leiter der 5G-Fokusgruppe beim IT-Gipfel, die Neuentwicklung. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht Deutschland mit dieser Technik "auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft".

Das selbstfahrende Auto braucht 5G

"5G ermöglicht die Datenübertragung in Echtzeit mit einer Verzögerungszeit von nur einer Millisekunde. Das ist kürzer als ein menschlicher Wimpernschlag", beschreibt Vodafone-Sprecher Markus Teubner die Leistungsfähigkeit der nächsten Mobilfunkgeneration. Autos, die in einer Kolonne unterwegs sind, könnten über 5G so schnell und zuverlässig miteinander kommunizieren, dass sie auch bei der Vollbremsung des vorausfahrenden Wagens keinen Massenunfall verursachen.

Noch sind solche Szenarien aber eher Vision denn Wirklichkeit. Bis der Datentransfer tatsächlich in Echtzeit klappt, wird man sich noch geraume Zeit gedulden müssen. Derzeit funktioniert die 5G-Technik nämlich nur im Laborbetrieb. Die Frequenzen für den neuen Standard wurden erst Ende vergangenen Jahres bei der Weltfunkkonferenz in Genf definiert und sollen frühestens ab 2019 nutzbar sein.

"In Deutschland startet der Ausbau von 5G voraussichtlich 2020 und wird in der ersten Ausbaustufe vor allem in Ballungszentren funktionieren", sagt Vodafone-Sprecher Teubner. Der flächendeckende Ausbau orientiere sich am Bedarf und werde sich dann ab 2020 "über die kommenden Jahre erstrecken". Das selbstfahrende Auto wird also noch einige Runden in der Warteschleife drehen müssen, bis es in Deutschlands mobilen Netzen wirklich "superschnell" funkt.