Im eingeschränkten Halteverbot vor der Haustür dürfen Kraftfahrer nur drei Minuten parken. Wie sieht es aus, wenn man Sperrmüll ins Auto laden muss und dafür mehr Zeit braucht? Gibt es dafür eine Ausnahmeregel oder muss man eine defekte Waschmaschine zum weit entfernt parkenden Auto tragen?, fragt Johannes Rebmann.

Niemand verlangt Herkulesleistungen von den Bürgern, auch nicht die Straßenverkehrsordnung. Wer schwere Gegenstände aus seiner Wohnung entsorgen möchte, muss den Sperrmüll nicht durch das ganze Wohnviertel zum Auto tragen.

"Das Verkehrszeichen 286, eingeschränktes Halteverbot, untersagt einen Halt von über drei Minuten lediglich für die Fälle, in denen der Zweck ein anderer als das Ein- oder Aussteigen sowie das Be- oder Entladen ist", erläutert die Verkehrsrechtsexpertin Bettina Löblein. "Da das Be- und Entladen etwa von Sperrmüll länger dauert, gilt die Drei-Minuten-Begrenzung nicht."

Allerdings schränkt Löblein ein: "Diese großzügige Regel gilt nur, wenn schwere Sachen transportiert werden sollen, für die ein Fahrzeug notwendig ist." Jemand, der zwei Taschenbücher und einen ausrangierten Stadtplan zum Second-Hand-Laden bringen will, benötigt dafür in der Regel kein Auto. "Gegenstände, die üblicherweise in der Kleidung oder in der Aktentasche mitgetragen werden können, fallen nicht darunter, wohl aber das Einladen von Sperrmüll", sagt die Münchener Anwältin.

Auf diese Regel können sich alle gleichermaßen berufen. "Selbst ein kräftiger Mann muss keine schweren Gegenstände über größere Strecken tragen", erklärt die Verkehrsjuristin.

Eine Zeitgrenze für das Be- und Entladen besteht nicht. Andererseits soll der Ladevorgang nicht absichtlich in die Länge gezogen werden. Wer seinen Sperrmüll in den Wagen geladen hat, sollte also das Auto anschließend umparken und keine Kaffeepause einlegen. So sieht es auch das Gesetz: Das Parken im Halteverbot sei "auf das erforderliche Mindestmaß an Zeit zu beschränken", erläutert Löblein die Anlage 2 zu Paragraf 41 der Straßenverkehrsordnung.

"Das Laden darf nicht unnötig verzögert werden, und der Ladende darf nicht währenddessen andere Tätigkeiten vornehmen, die nicht durch die Ladearbeit bedingt sind – sonst wird das Laden zum Parken", kommentiert Löblein. Und das wäre im eingeschränkten Halteverbot nicht mehr erlaubt.