Ich bin mit meinem Fahrzeug in einen Autounfall verwickelt gewesen. Welche Kosten entstehen mir, wenn ich einen Anwalt beauftrage, meine Rechte gegenüber der gegnerischen Versicherung zu vertreten? Brauche ich eine Rechtsschutzversicherung, um den Anwalt zu bezahlen?, fragt ZEIT-ONLINE-Leser Fabian Peters.

Für Geschädigte kann es ohne rechtlichen Beistand schwierig werden, die eigenen Rechte durchzusetzen, selbst wenn er keine Schuld am Unfall trägt, räumt der Verkehrsrechtsexperte Florian Schmidtke ein. "Die Abwicklung von Unfallschäden wird immer komplizierter", sagt Schmidtke. "Daher ist der Geschädigte gut beraten, sich anwaltlich vertreten zu lassen."

Sorgen um das Honorar des Anwalts müssen sich Geschädigte nicht machen. Die Rechtsanwaltskosten werden im Rahmen der Haftung von der gegnerischen Versicherung getragen. Schmidtke bringt es auf eine einfache Formel: "Ist der Unfallgegner schuld, entstehen dem Geschädigten keine Kosten."

Das klingt in den Ohren des Unfallopfers gut. Selbst wenn der Geschädigte eine Rechtsschutzversicherung hat, muss er sie in diesem Fall nicht in Anspruch nehmen.

Anders sieht es aus, wenn die gegnerische Versicherung nicht zahlen will und es zu einem Rechtsstreit kommt. "Die Rechtsschutzversicherung hilft, wenn es Streit über die Haftung oder die Schadenhöhe gibt. Sie deckt dann die Rechtsanwalts- und mögliche Verfahrenskosten bei einer gerichtlichen Geltendmachung ab", erläutert der Verkehrsrechtsanwalt. Die Kosten werden von der gegnerischen Versicherung nur im Verhältnis des Obsiegens oder Unterliegens übernommen, fügt Schmidtke hinzu.

Das Honorar des Rechtsanwalts bemisst sich nach den gesetzlich festgelegten Rechtsanwaltskosten und dem Gegenstandswert, mit dem der Anwalt betraut ist.