Eine satte Prämie soll Neuwagenkäufer anspornen, sich ein Auto mit Steckdosenanschluss anzuschaffen. Nach dem Beschluss der Bundesregierung gibt es für reine Elektroautos künftig einen "Umweltbonus" von 4.000 Euro, für Plug-in-Hybride beträgt der Zuschuss 3.000 Euro. Die Kosten des Förderprogramms von 1,2 Milliarden Euro teilen sich Bund und Autoindustrie je zur Hälfte.

Die Kaufprämie gilt solange, bis der Fördertopf leer ist – spätestens aber bis zum 30. Juni 2019. Die Gesamtsumme dürfte für 300.000 bis 400.000 Autos reichen. Anträge für den Zuschuss können in Kürze online beim zuständigen Bundesamt Bafa gestellt werden. Das Fahrzeug darf aber erst nach dem 18. Mai gekauft worden sein und der Listenpreis des Basismodells darf nicht über 60.000 Euro netto liegen.

Der Staat zahlt die eine Hälfte der Prämie nur, wenn der Autohersteller die andere Hälfte übernimmt. Das haben bereits die deutschen Unternehmen, die E-Autos im Programm haben, zugesagt, also VW, Audi, Mercedes, BMW und Ford. Auch die Importeure Citroën, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo sind mit ihren Modellen dabei. Infrage kommen damit eine ganze Menge ganz unterschiedlicher Modelle, wie die folgende Übersicht zeigt.

Renault Zoe © Hersteller

Der Renault Zoe ist der aktuelle Elektroautobestseller in Europa. Hierzulande steht der Kleinwagen für mindestens 21.500 Euro in der Preisliste, hinzu kommt eine monatliche Batteriemiete von mindestens 49 Euro. Renault hat angekündigt, zusätzlich zum Herstelleranteil weitere 1.000 Euro vom Preis nachzulassen, der Kunde zahlt also insgesamt 5.000 Euro weniger. Der Elektromotor leistet maximal 65 kW (88 PS). Damit kommt der Zoe in 13,5 Sekunden bis auf Tempo 100, maximal bei 135 km/h. Als Reichweite gibt Renault 210 Kilometer an. Je nach Methode dauert das Aufladen der Akkus zwischen 30 Minuten und 9 Stunden.

Die baugleichen Elektrokleinstwagen Citroën C-Zero, Mitsubishi Electric Vehicle und Peugeot Ion haben einen 49 kW (67 PS) starken Motor. Damit beschleunigen sie von null auf 100 km/h in 15,9 Sekunden und erreichen eine Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h. Rund 150 Kilometer reicht der Akku, die Ladezeit liegt zwischen 30 Minuten und neun Stunden. Die Preise für den C-Zero und den Ion starten bei 19.390 Euro. Das Mitsubishi Electric Vehicle gibt es ab 23.790 Euro.

Der kompakte Nissan Leaf, das weltweit meistverkaufte Elektroauto, profitiert nach der Ankündigung der staatlichen Kaufprämie ebenfalls von einer Aktion: Der japanische Hersteller hat angekündigt, nicht nur den geforderten Industrieanteil von 50 Prozent zu zahlen, sondern um weitere 1.000 Euro herunterzugehen. Der regulär ab 23.365 Euro erhältliche Kompaktwagen wird somit 5.000 Euro günstiger. Hinzu kommt die Batteriemiete von 79 Euro pro Monat. Den 80 kW (109 PS) starken Stromer gibt es in zwei Varianten: mit einer 24 kWh oder 30 kWh großen Batterie. Mit dem stärkeren Akku steigt die Reichweite des Kompakten auf 250 Kilometer.

Der Smart Fortwo Electric Drive steckt gerade im Wechsel der Modellgenerationen. Die alte mindestens 23.680 Euro (inkl. Akku) teure Generation mit 55 kW (75 PS) starkem Elektromotor wird nicht mehr produziert, bei einigen Händler sind aber noch vorkonfigurierte Neufahrzeuge erhältlich. Das auf dem aktuellen Smart basierende E-Auto kommt Ende des Jahres auf den Markt. Neben dem zweisitzigen Fortwo und seinem Cabrioableger wird es erstmals den viersitzigen Smart Forfour mit E-Motor geben. Der 65 kW (88 PS) starke Antrieb stammt vom Zoe des Kooperationspartners Renault.

Die Elektroversion des Kleinstwagens Volkswagen Up kommt inklusive Batterie und kostet 26.900 Euro. Den Antrieb übernimmt ein 60 kW (82 PS) starker Elektromotor. Der E-Up spurtet in 12,4 Sekunden von null auf hundert, maximal sind 130 km/h möglich. Die Reichweite pro Akkuladung beträgt laut VW 160 Kilometer, an einer Schnellladestation lädt er in 30 Minuten auf 80 Prozent, an der Steckdose braucht er mehrere Stunden.