An Bahnhöfen dürfen künftig auch Fahrscheine von Konkurrenten der Deutschen Bahn verkauft werden. Das hat das Bundeskartellamt entschieden. Die Bahn habe bisher "ihre marktbeherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt", teilte das Amt mit. So sei es bisher häufig etwa über Klauseln in Mietverträgen ausgeschlossen gewesen, dass Kioske in Bahnhöfen Fahrkarten von Mitbewerbern verkaufen.

"Die Deutsche Bahn hat uns jetzt umfangreiche Zusagen beim Ticketverkauf angeboten, die den Wettbewerbern den Verkauf sehr erleichtern", sagte der Präsident des Kartellamts, Andreas Mundt. "Der Wettbewerb im Bahnverkehr erhält hierdurch neue Impulse."

Die Kunden könnten von der Einigung profitieren. "Wenn Bahnhofsgeschäfte künftig auch Bahntickets von DB-Wettbewerbern verkaufen dürfen, ist dies eine Erleichterung für Bahnreisende", sagte der Chef des Lobbyverbandes Allianz pro Schiene, Dirk Flege.

Die Bahn verpflichte sich, künftig keine Klauseln mehr in Mietverträge für Bahnhofsläden zu schreiben, die es den Inhabern untersagen, Fahrkarten von Bahn-Konkurrenten zu verkaufen, teilte das Kartellamt mit. Dies bedeute, dass andere Verkehrsgesellschaften an ihren Automaten künftig auch Fahrkarten der Deutschen Bahn anbieten könnten. Provisionen, welche Bahn und andere Betreiber dabei zahlen, würden angeglichen und überwiegend gesenkt.

Anfang 2014 hatte das Kartellamt ein Verfahren gegen die Bahn eingeleitet. Dabei habe die Deutsche Bahn "von Beginn an umfassend mit dem Bundeskartellamt kooperiert", sagte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla. Die Lösung schaffe nun mehr Rechtssicherheit für alle Beteiligten. "Dies wird den ohnehin bereits dynamischen Wettbewerb im Vertrieb weiter befördern."