In Regensburg gibt es eine Kreuzung, an der eine Fußgängerampel und eine normale Ampel stehen. Welche von beiden gilt hier für Radfahrer? Der Fahrradweg ist erhöht (Bordstein), aber getrennt vom Gehweg. Die zu überquerende Straße ist mehrspurig, und als Radfahrer brauche ich nur einen Bruchteil der Zeit, die ein Fußgänger benötigt, schreibt ZEIT-ONLINE-Leser Christoph Saller.

Grundsätzlich gelten Ampeln für alle Verkehrsteilnehmer, sofern nicht für eine bestimme Gruppe besondere Wechsellichtzeichen – so heißen Ampeln im schönsten Behördendeutsch – angebracht sind. Viele Radfahrer fragen sich aber trotzdem, ob sie die allgemeine Ampel der Kraftfahrer oder die der Fußgänger beachten müssen, wenn es kein extra Lichtzeichen mit einem Radsymbol gibt.

Antworten auf diese komplizierte Frage liefert Paragraf 37 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Demnach haben Radfahrer die Ampeln für den Fahrverkehr zu beachten. "Voraussetzung hierfür ist aber, dass diese Lichtzeichen den Radfahrverkehr mitzuregeln beabsichtigen", sagt die Verkehrsrechtsexpertin Bettina Löblein. "Das gilt insbesondere, wenn der Radfahrer nicht auf der Fahrbahn fährt."

Doch woher weiß der Radler das? Es komme auf die Gesamtsituation an, fügt die Anwältin hinzu. "Unklarheiten dürfen dabei nicht zulasten des Radfahrers gehen." Zunächst einmal gilt eine Lichtzeichenanlage nur für den ihr zugeordneten Straßenteil. Entscheidend dafür ist etwa der Standort der Ampel. Aus der Drehung der Gläser kann sich ergeben, dass nur der Verkehr auf der Fahrbahn, nicht aber der auf einem davon abgesetzten Radweg betroffen ist.

Davon abweichend haben Radfahrer auf benutzungspflichtigen Radwegen die besonderen Lichtzeichen für Radfahrer zu beachten, schreibt Paragraf 37 StVO weiter vor. Das können eigene Ampeln für Radler sein – gibt es sie nicht und die Radspur befindet sich unmittelbar neben einer Fußgängerfurt, so gelten für dort fahrende Radfahrer die Lichtzeichen für Fußgänger. Voraussetzung ist die deutliche Markierung der Radwegfurt auf der kreuzenden Fahrbahn.

Handelt es sich um eine gemeinsame Furt für Fußgänger- und Radverkehr, so soll, wie Rechtsanwältin Löblein erläutert, in den roten und grünen Lichtzeichen zusätzlich zu dem Sinnbild für Fußgänger auch das Sinnbild eines Fahrrades gezeigt werden. Diese Kombination gilt dann als besonderes Lichtzeichen für Radfahrer im Sinne des Paragraf 37, Absatz 2 Nummer 6 der StVO.

Fehlen an Radwegen, die an Gehwege grenzen, eigene Lichtzeichen für Radfahrer, dann müssen diese noch bis Ende dieses Jahres die Ampeln für Fußgänger beachten. Danach gibt es entweder besondere Lichtzeichen für den Radverkehr oder die Lichtzeichen für den Fahrverkehr sind zu beachten.