Wie wird der Gebrauch eines Mobiltelefons im Fall eines Unfalls geahndet?, möchte ZEIT-ONLINE-Leserin Doro Burke wissen. Dass das Handy genutzt wurde, lässt sich durch Nachfrage beim Anbieter des Anschlusses ja einfach ermitteln.

Wer am Lenkrad beim Telefonieren mit einem Mobiltelefon erwischt wird, riskiert ein Bußgeld. Das gleiche gilt auch für Zweiradfahrer und Radler. Verursacht der Fahrer während des Telefonierens einen Unfall und trägt die Schuld, haftet er voll.

"Der Handygebrauch wirkt sich dann nicht mehr zivilrechtlich auf den Schadensersatz aus. Mehr als die volle Haftung gibt es nicht", stellt Verkehrsrechtsanwalt Florian Schmidtke klar. Doch wenn die Polizei vom Handyverstoß erfährt, muss der Fahrer neben dem zivilrechtlichen Verfahren auch mit einem Bußgeld rechnen.

Die Frage der Leserin erlaubt allerdings noch eine andere Interpretation. Was passiert, wenn man eigentlich keine Schuld am Unfall trägt, die Gegenseite aber nachweisen kann, dass man verbotswidrig telefoniert hat? "Dann droht aufgrund entsprechender Ablenkung eine Mithaftung", erklärt der Münchner Experte und ergänzt: "Jedenfalls wird man dann möglicherweise nicht mehr den Beweis führen können, dass der Unfall für einen selbst unvermeidbar war. Daher könnte zumindest die Betriebsgefahr von 20 bis 25 Prozent angesetzt werden." Hierzu gibt es beispielsweise ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln aus dem Februar 2002 (Az.: 12 U 142/01).