"Wollen Sie für uns einen Artikel über Kickroller mit Elektromotor schreiben?" Was es nicht alles gibt, denke ich und sage: "Habe ich noch nie gesehen." Ist für das letzte Wegstück gedacht, erfahre ich. Vom Zug oder Parkplatz zum Büro. Als Nächstes gibt's wohl Schreibtischstühle mit Elektroantrieb, denke ich. "Das Thema interessiert mich, ich schreibe die Geschichte."

Aus gutem Grund: Mein Büro ist gute zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, und in der City verbringe ich regelmäßig meine Mittagspause. Um zu essen oder etwas zu besorgen. Zum Gehen ist die Strecke zu lang. Hin und zurück – und die Pause ist vorbei. Also nehme ich das Auto und suche einen Parkplatz. Der E-Kickroller könnte eine Alternative sein.

Aber wie sehen die Teile eigentlich aus, was kosten sie, und wer bietet sie an? Die erste Suche mit Google liefert Ergebnisse, die optisch keinen guten Eindruck machen: Die gefundenen Produkte sehen aus wie Kinderroller mit den typisch kleinen Rädchen, für die Erwachsenen mit einem Motor getunt. Billiges Spielzeug aus Fernost. Es gibt Hunderte Anbieter, bei etwa 200 Euro geht es los für meist schrill-bunte Elektrokicker. Für Arbeitswege geht das gar nicht – man macht sich als Erwachsener damit ja lächerlich.

Doch Google zeigt noch auf der ersten Trefferseite ein Objekt, das attraktiv erscheint. FlyKly heißt das schicke Teil. 16 Zoll große Weißwandräder, Rahmen in weiß, Vorderradgabel und Lenker in schwarz. Ein cooles Design, das auf den ersten Blick Zuverlässigkeit ausstrahlt. Ich überlege, woher das kommt. Da fällt mir ein, dass mir ein Designer von BMW mal erzählt hat, dass neue Automodelle in ersten Entwürfen mit überdimensional großen Rädern gezeichnet würden. Das vermittle Stabilität, Sicherheit, Kraft – und es funktioniert auch bei Elektrokickrollern in der Realität.

Unterwegs mit bis zu 25 km/h

Eine Stuttgarter PR-Agentur, die sich auf Fahrräder spezialisiert hat, liefert mir den Kickroller zu Testzwecken. Zwei Wochen steht das Teil – der Hersteller nennt es selbst Smart Ped – nun bei mir. Nicht zu Hause im Carport, sondern im Büro für die Fahrt in die Mittagspause. Laut Hersteller darf man auf der Straße und auf dem Gehweg rollern: Das Ped hat eine Straßenzulassung, kommt aber ohne Versicherungspflicht aus.

Elektromotor, Batterie, Elektronik und Sensoren sind in der hinteren Radnabe verbaut. Völlig unauffällig, man könnte auch ein Designelement vermuten. "Der Motor ist als Reichweitenverlängerung ausgelegt", sagt Markus Pogrielz, Salesmanager bei FlyKly und zuständig auch für den deutschen Markt. Die Motorsteuerung hält die vom Nutzer vorgegebene Kickgeschwindigkeit – ob langsam oder schnell, bis maximal 25 km/h.

Also los, vom Büro in die City. Passt die Höhe des Lenkers? Man kann ihn verstellen und damit der eigenen Körpergröße anpassen, was dank Schnellspannern ruck, zuck erledigt ist. Rasch ein kurzer Anschub nach vorn, dann geht am Hinterrad ein blaues Licht an und signalisiert damit, dass das Ped betriebsbereit ist. Nach drei, vier Kicks springt der Motor automatisch an, und beide Füße können bequem aufs breite Brett gestellt werden. Und der Roller rollt und rollt und rollt …