Melkus war der Versuch, eine alte DDR-Sportwagenmarke wiederzubeleben. Mit dem RS2000 wollte Sepp Melkus, der Sohn des einstigen Begründers der Marke, den Ostalgie-Bonus nutzen und bot einen schicken Sportwagen an. Als Basis diente der Lotus Exige, der bei Melkus noch den speziellen Retrotouch erhielt. 2010 ging die Produktion los, die Nachfrage nach dem 115.000 Euro teuren und bis zu 270 PS starken Sportwagen war allerdings gering. Letztlich wurden nur 18 Fahrzeuge verkauft. Ganz vorbei ist es mit Melkus aber nicht. Weiterhin kann man Neuaufbauten des Ur-Melkus kaufen. Außerdem arbeitet Sepp Melkus bei der Firma VSpeed am V77 weiter, einem Corvette-Umbau.

Wie bei Melkus handelt es sich auch bei der Marke Veritas um eine alte deutsche Sportwagenlegende. In den Anfangsjahren der Bundesrepublik baute Veritas erst in Baden, später am Nürburgring Autos, doch so richtig florierte das Geschäft nie, sodass die Firma schon 1953 pleiteging. Anfang des 21. Jahrhunderts sollte die Marke wiederbelebt werden. Das Unternehmen Vermot kündigte dafür den Veritas RS III an, ein flaches und offenes Hypercar mit reichlich PS und extremen Fahrleistungen. Fahrfertige Prototypen gab es, die Serienproduktion wurde mehrfach angekündigt. Doch seit 2014 ist es still um Veritas geworden.

Der Veritas RS III sorgte durch die Optik für Furore. © Hersteller

Was wird aus Wiesmann?

Bereits 1999 stellte sich auf der IAA in Frankfurt die Sportwagenmanufaktur Yes mit einem Roadster auf Basis des Audi TT vor. Dieser bot eine eigenständige wie auch etwas eigenwillige Optik und zudem mehr Leistung als der TT. Einige wenige Fahrzeuge wurden wohl gebaut und ausgeliefert. 2009 kam jedoch die Pleite, 2010 wurde die Marke aufgekauft. Eine Zeit lang bot der neue Yes-Eigner den Roadster zum Kauf an. Mittlerweile gibt es die Internetseite von Yes allerdings nicht mehr.

Der fraglos schillerndste Vertreter junger deutscher Automarken ist Wiesmann. Die Sportwagenmanufaktur wurde bereits 1988 in Dülmen gegründet und brachte 1993 das erste Serienmodell MF30 auf den Markt. Der Retro-Roadster mit Faltdach traf auf gewaltiges Interesse und fand auch viele Abnehmer. Die Modellpalette wurde kontinuierlich ausgebaut – 2003 kamen auch geschlossene Fahrzeuge dazu – und modernisiert. So entstanden bei Wiesmann bis ins Jahr 2013 immerhin 1.600 Sportwagen, mit dem Gecko als Logo auf der Haube.

2012 zogen sich aber die Gründer zurück, und die neue Unternehmensführung agierte ungeschickt. Es folgten Insolvenzantrag und Sanierungsplan, Gläubiger-Hickhack und schließlich ab Mai 2014 die Abwicklung. Inzwischen liegen die Markenrechte bei britischen Investoren. Angeblich soll Wiesmann schon bald wieder produzieren.

Schließlich gibt es noch die Firma e-Wolf, die eine Reihe elektrisch betriebener Transporter und sogar einige schnelle Sportwagen gebaut beziehungsweise erdacht hat. Wirklich Fuß fassen konnte der in Frechen beheimatete Autobauer nie. 2016 wurde e-Wolf von der Solarwatt GmbH übernommen. Die Autosparte wird aber wohl nicht mehr fortgeführt.