Die Idee kam Max Messing in Frankreich. Der BWL-Student stand dort an einer Mautstelle und die Suche nach Kleingeld und das lange Warten nervten ihn. Messing überlegte, wann es zu einer ähnlichen Situation kommt: in Parkhäusern. Aus dem Problem wurde ein Konzept, das Messing mit drei Kommilitonen im April 2013 in einem Seminar entwickelte. Gemeinsam arbeiteten sie ein Geschäftsmodell aus. Nach dem Abschluss wurde ein Jahr später daraus ein Unternehmen: evopark.

Das Startup mit Sitz in einem unscheinbaren Bürogebäude in der Kölner Innenstadt will unseren Parkalltag erleichtern. Evopark digitalisiert das Parken in Parkhäusern, um das Ticketziehen überflüssig zu machen. Die evopark-Karte soll das Parken deutlich smarter machen. Fährt der Besitzer der Parkkarte auf die Schranke des Parkhauses zu, öffnet diese sich per Funk automatisch. Statt nach Kleingeld für den Automaten zu kramen, werden alle Parkgebühren am Ende des Monats in Rechnung gestellt. Zusätzlich kann man sich von der App zum nächstgelegenen Parkhaus mit freien Parkplätzen führen lassen, das mit dem evopark-System ausgestattet ist.

Was in der Theorie clever und einfach klingt, war zunächst gar nicht so leicht. Mit der Firmengründung seien die vier Uniabsolventen "in der Realität gelandet", sagt Mitgründer Tobias Weiper aus. Die war härter, als die vier erwartet hätten. Am Anfang war es für das junge Unternehmen schwer, Parkhausbetreiber von ihrer Idee zu überzeugen. "Die meisten sind bei neuer Technik erst einmal skeptisch", sagt der 26-Jährige.

Pilotversuch in Düsseldorf

Doch den jungen Gründern gelang es, Betreiber in Düsseldorf dazu zu bringen, das Produkt auszuprobieren. "Wir haben ein technisch stimmiges Konzept geliefert", sagt Weiper. Außerdem eignete sich die NRW-Landeshauptstadt als "Topeinkaufsstadt" mit einem großen Einzugsgebiet und viel Verkehr. Das passte dem Kölner Startup gut. In solchen Städten sind Parkplätze im Freien selten, sodass mehr Autofahrer in Parkhäusern parken.

Außerdem konnte evopark schon beim Pilotversuch mit Gastronomie- und Geschäftsbesitzern zusammenarbeiten, von denen es in Düsseldorf viele gibt. Sie bieten evopark-Kunden ab einem gewissen Umsatz Gutschriften für ihre Parkgebühren. Davon profitiert der Kunde, aber auch der evopark-Partner. Er macht durch solche Aktionen Kundschaft auf sich aufmerksam, evopark steigert die Attraktivität seines Produktes.

Die Basisversion der evopark-Karte ist für den Nutzer kostenlos. Umsatz generiert das Startup unter anderem durch die Provision, die Parkhausbetreiber zahlen, wenn ein Kunde mit evopark parkt. Außerdem bietet das Unternehmen für knapp fünf Euro im Monat eine Businessparkkarte an, mit der der Kunde zum Beispiel eine Monatsabrechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer erhält. Das ist praktisch für Personen, die viel beruflich unterwegs sind und eine Reisekostenabrechnung beim Finanzamt einreichen.

Das Startkapital für ihr Unternehmen sammelten die vier Gründer vor allem von Privatinvestoren. Dabei half ihnen auch ihr Studium an der WHU Otto Beisheim School of Management. Einige der Investoren sind Absolventen der Privathochschule. Außerdem hatten die evopark-Gründer durch mehrere Praktika hilfreiche Kontakte geknüpft.