Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Nutzung von Drohnen schärfer regulieren als bislang bekannt. Wer Drohnen und Modellflugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm fliegen lassen will, soll künftig eine Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers anbringen, wie aus einem Verordnungsentwurf des Verkehrsministeriums hervorgeht. Für Drohnen über fünf Kilo braucht der Pilot demnach eine amtliche Erlaubnis.

Bislang war eine Führerscheinpflicht nur für gewerbliche Drohnenpiloten geplant. Außerdem sollten nur Drohnen ab 500 Gramm eine Plakette tragen. Zuerst hatte der Spiegel über die schärferen Regeln berichtet.

Flugverbote über Wohngrundstücken und Polizeieinsätzen

Private Drohnenpiloten sollen ihre Fluggeräte laut Entwurf aus dem Verkehrsministerium nicht höher als 100 Meter steigen lassen dürfen. Vorgesehen sind außerdem weitreichende Flugverbotszonen: Drohnenflüge über fremden Wohngrundstücken, bestimmten Verkehrswegen, Menschenansammlungen, Einsatzgebieten der Polizei, Gefängnissen, Industrieanlagen oder Naturschutzgebieten sollen verboten werden. Dazu müssen Piloten die Drohnen bis fünf Kilo immer in Sichtweite fliegen lassen – außer sie steuern mit Videobrille.

Die Behörden können laut Entwurf aber Ausnahmen erlassen, wenn unter anderem der Datenschutz es zulässt. "Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre", erklärte Dobrindt.

Die Deutsche Flugsicherung hat einem Medienbericht zufolge im laufenden Jahr bereits mehr als 40 Zwischenfälle mit Drohnen im Flugverkehr verzeichnet. In einigen Fällen konnten Passagierflugzeuge den Drohnen demnach erst im allerletzten Moment ausweichen.