Die Chancen für die millionenschwere Förderung von Radschnellwegen in Deutschland sind deutlich gestiegen. Nachdem führende SPD-Politiker bereits mehrfach für den Bau von Fahrradautobahnen plädiert hatten, dringt einem Medienbericht zufolge jetzt auch die Union im Bundestag darauf, Geld dafür bereitzustellen.

"Die Verkehrs- und Finanzpolitiker der Union haben sich darauf verständigt, dass der Bau von Radschnellwegen im Bundeshaushalt 2017 erstmals einen eigenen Titel in Höhe von 25 Millionen Euro bekommen soll", sagte der Chef der Ruhr-CDU, Oliver Wittke, der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Wittke ist Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte dem Blatt: "Wenn die Treibhausgasemissionen im Verkehr sinken sollen, brauchen wir auch mehr Radverkehr. Es hapert aber noch vielerorts an der notwendigen Infrastruktur."  Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte, man arbeite derzeit an einer Änderung des Bundesfernstraßengesetzes. Damit solle ermöglicht werden, dass der Bund Radschnellwege fördern kann.

Ein erster Radschnellweg existiert bereits:  Zwischen Essen und Mülheim verläuft der erste Abschnitt des Radschnellwegs RS1. Er ist vier Meter breit, 10,4 Kilometer lang, geht meist geradeaus und ist weitestgehend mit einer frischen Asphaltschicht versehen. Bis 2020 soll der Weg massiv ausgebaut werden, die Finanzierung ist jedoch noch ungeklärt. Zu den Standards von Radschnellwegen gehören angemessen breite Fahrspuren, Servicestationen, Beleuchtung und ein Winterdienst.