Googles Mutterkonzern Alphabet will die Entwicklung eines eigenen selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale vorerst nicht weiter vorantreiben. Dies berichtet der Silicon-Valley-Branchendienst The Information unter Berufung auf informierte Personen. Demnach will Google stattdessen stärker mit traditionellen Autoherstellern kooperieren und darüber dann bereits Ende 2017 einen kommerziellen Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos starten.

Nach Angaben des Information geht es vor allem um die Entwicklung eines Prototyps zusammen mit Fiat Chrysler. Hierbei sollen zunächst 100 Minivans des Modells Chrysler Pacifica so umgebaut werden, das Googles Roboterwagentechnik in den Fahrzeugen integriert werden kann. 

Vor zwei Jahren hatte Google kleine elektrische Zweisitzer aus eigener Entwicklung vorgestellt. Es hieß, in Zukunft sollen die Wagen komplett vom Computer gesteuert werden und ganz ohne Lenkrad und Pedale auskommen. Die Prototypen, die aktuell in der Google-Heimatstadt Mountain View sowie in Austin in Texas unterwegs sind, haben jedoch noch beides, unter anderem weil die Straßenverkehrsordnung dies verlangt. 

Die Änderung der Strategie hat wohl vor allem mit dem Weggang des langjährigen Entwicklungschefs Chris Urmson zu tun. Wie The Information schreibt, wollte vor allem er an den eigenen Autos weiterarbeiten. Im Sommer verließ er Google und will nach Informationen des Techblogs Recode jetzt ein eigenes Start-up für Roboterwagensoftware auf die Beine stellen. 

Das Google-Roboterwagenprojekt mit dem internen Codenamen Chauffeur soll unterdessen laut Medienberichten demnächst zu einer eigenständigen Tochterfirma unter dem Alphabet-Dach werden. Entsprechende Pläne will der Konzern nach Angaben von Insidern des Silicon Valley noch an diesem Dienstag vorstellen.