"Willkommen bei den Bayerischen Elektromotoren-Werken": BMW-Chef Harald Krüger musste selbst etwas schmunzeln, als er kürzlich einige Fachjournalisten zu einem Ausblick in die Zukunft begrüßte. Schließlich gehört es seit einem Jahrhundert zu den Kerntraditionen des Münchener Unternehmens, Verbrennungsmotoren zu bauen. Doch die Zeiten ändern sich gewaltig. Autobauer müssen umdenken, um zukunftsfähig zu bleiben.

Nicht nur Regularien und Gesetze – wie Umweltzonen, Grenzwerte für CO2-Emissionen und andere Abgasnormen – zwingen sie dazu. Auch die Gesellschaft und das Mobilitätsverhalten ändern sich und damit der typische Autokäufer. "Immer mehr Menschen leben in Megacitys, und immer mehr sind immer häufiger online", sagt Krüger. "Eine Generation ist im Aufbruch. Die Welt wird digital."

Dafür geht BMW Partnerschaften ein und schmiedet Allianzen. Hochgenaue digitale Karten fürs autonome Fahren werden mit Audi, Daimler und dem Anbieter Here gemeinsam entwickelt. Eine weitere Kooperation ist der bayerische Autobauer mit dem israelischen Kameratechnikspezialisten Mobileye und dem US-Chipkonzern Intel eingegangen, um zusammen die Technik für vollautonomes Fahren zu entwickeln und bis 2021 selbstfahrende Autos auf die Straße zu bringen.

Eine weitere Partnerschaft mit Toyota umfasst neben der Konstruktion eines Sportwagens vor allem die Entwicklung der Brennstoffzelle. BMW-Chef Krüger sieht die umweltfreundliche Wasserstofftechnologie hauptsächlich bei größeren und schwereren Fahrzeugen als die vielversprechendste Lösung an. Losgehen soll es ab 2020.

Batterien mit Wissen aus dem Hause BMW

Vorrang allerdings hat die Elektrifizierung der Antriebe mit Batterien als Speichermedium. Beim reinen batterieelektrischen Auto preschte BMW schon Ende 2013 mit dem Kleinwagen i3 voran. Den umweltfreundlichen Sportwagen der Zukunft vertritt der i8, ein Plug-in-Hybrid, den es 2018 auch als Roadster geben wird. Es wäre dann das einzige Cabriolet mit Elektroantrieb.

Ohnehin treibt BMW die Plug-in-Hybride – eine Kombination aus Benzin- und Elektromotor (Hybrid) plus eine an der Steckdose (plug) aufladbare Batterie – massiv voran. Mit dem neuen Fünfer 530e iPerformance wird BMW im Februar 2017 bereits sein sechstes Plug-in-Modell auf den Markt bringen. Mehr als 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge (60.000 i3, 10.000 i8 und 30.000 Plug-ins) hat der Autobauer in den vergangenen drei Jahren schon verkauft. "Diese Zahl werden wir allein 2017 übertreffen", sagt Krüger.

So viel Kompetenz wie nötig bleibt dabei im Haus. Eigenentwicklungen sind zum Beispiel die Elektromotoren. Für die zu erwartenden hohen Stückzahlen wurden neue Herstellungsverfahren entwickelt. Zudem werden die Motoren kleiner, effizienter und leistungsfähiger. Das schafft für die Designer neue Möglichkeiten bei der Innenraumgestaltung. Auch in der Batterieentwicklung steckt viel Münchener Know-how. Auf begrenztem Raum muss eine immer höhere Energiedichte untergebracht werden. Gearbeitet wird an einer leistungsstarken Batterie für den BMW iNext, der ab 2021 ein neues Zeitalter der Elektromobilität einleiten und mindestens 600 Kilometer Reichweite haben soll.