Das Bundesverkehrsministerium plant, die Abgasuntersuchung (AU oder ASU genannt) wieder flächendeckend für alle Wagen – also auch neue Fahrzeuge – einzuführen. Alexander Dobrindt (CSU) will damit unter anderem Manipulationen aufdecken, wie sie Volkswagen bei Dieselfahrzeugen vorgenommen hatte. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel.

In der Untersuchung, die heute nur noch bei über zehn Jahre alten Wagen durchgeführt werden muss, wurde das Abgasverhalten des Pkw gemessen. Eine gesonderte Plakette am vorderen Kennzeichen wurde nach erfolgreicher Prüfung angebracht. 2006 wurde die ASU für Neuwagen abgeschafft. Zwar findet heute auch bei neueren Fahrzeugen eine Abgasuntersuchung statt – hier werden aber nur die sogenannten On-Board-Diagosesysteme ausgelesen, also die Computer, in denen die Abgaswerte gespeichert werden.

Abgasuntersuchung hätte VW-Manipulationen nicht aufgedeckt

Allerdings: Die Manipulationen, wie sie bei den Dieselfahrzeugen von VW stattgefunden haben, wären auch durch eine AU nicht aufgefallen. Daher könnte eine neue flächendeckende Abgasuntersuchung technisch anders ablaufen, mobile Messgeräte könnten zum Einsatz kommen. Zudem sei eine Felduntersuchung geplant, bei der das Kraftfahrt-Bundesamt Fahrzeuge von der Straße misst und prüft, ob sie die Abgas- und Verbrauchswerte einhalten, die in der Zulassung stehen. Auf diese Weise waren die Manipulationen der VW-Fahrzeuge in den USA entdeckt worden.

Die Dekra und andere Prüfgesellschaften hatten bereits gefordert, die Abgasuntersuchung flächendeckend wieder einzuführen. Außer gezielten Manipulationen durch die Hersteller gibt es noch ein anderes Problem: getunte Autos, die durch technische Veränderungen eine höhere Leistung haben und eben auch mehr Abgase ausstoßen.

Wann die AU wieder eingeführt wird, ist unklar. Nach Informationen des Spiegel gibt es schon einen verwaltungsrechtlichen Text für die Wiedereinführung.