Viele Städte machen es dem potenziellen Fahrgast aber nicht gerade leicht. Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland ist ein Sammelsurium aus unterschiedlichen Tarifsystemen und Nutzungsbedingungen. Wie groß die Spannbreite ist, zeigt sich am Beispiel der Leistungen von Abo-Monatskarten. Einige Verkehrsbetriebe erlauben dem Besitzer etwa, ein Fahrrad oder Personen abends und am Wochenende mitzunehmen – zum Beispiel in Darmstadt und Hannover. In Nürnberg, wo die Monatskarte etwa gleich viel kostet, ist beides dagegen ausgeschlossen.

Die Abos

Welche Leistungen Monatskarten im Abonnement bieten (ohne Premium-Abos, Jobtickets, Studententickets)

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"In den großen Preisspannen zeigt sich, dass die Tarife sich weniger am Markt orientieren, sondern vielmals politisch festgesetzt werden", erklärt Civity-Geschäftsführer Stefan Weigele. Das liegt allein schon daran, dass der öffentliche Nahverkehr überall ein Zuschussgeschäft ist: Im Schnitt decken die Fahrscheinerlöse gerade mal die Hälfte der Kosten. Der Rest wird abgedeckt durch Steuermittel, und vielerorts schießen die kommunalen Stadtwerke aus ihren Gewinnen Geld zu.

Um die steigenden Kosten wenigstens zum Teil aufzufangen, haben die Verkehrsbetriebe in etwa zwei Dritteln der Städte 2016 oder Anfang 2017 die Preise angehoben.

Die Preise

In etwa zwei Dritteln der Städte wurde der Nahverkehr 2016 oder 2017 teurer. Die Karte zeigt, wo die Preise der Einzeltickets besonders angezogen haben

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Doch mit den Einnahmen lassen sich die dringend notwendigen Investitionen – insbesondere Sanierungen von Infrastruktur und der Ersatz betagter Fahrzeuge – nicht finanzieren. Schon heute schleppen die Verkehrsbetriebe einen Investitionsstau in Milliardenhöhe mit. Der wird sich auch in Zukunft kaum auflösen lassen, denn der Spagat zwischen Kosten und Einnahmen wird immer schwieriger. Insbesondere in klammen Kommunen droht der Nahverkehr auf Verschleiß zu fahren. Dann dürfte das Leistungsgefälle noch größer werden.