Wie darf man im Auto zum Beispiel eine Rolle Teppichboden oder Latten aus dem Baumarkt transportieren? Wie muss die Ladung gesichert sein? Darf man mit offener Heckklappe fahren, wenn das Transportgut zu groß für den Kofferraum ist?, will ZEIT-ONLINE-Leser Lars Malchert wissen.

Es soll Menschen geben, die in den Baumarkt fahren, um einen neuen Teppichboden für ihr Wohnzimmer zu kaufen – beim Verladen in den eigenen Wagen stellen sie aber plötzlich fest, dass die Auslegeware doch sperriger ist als in der anfänglichen Euphorie gedacht. Was nun?

"Die Ladung auf dem Autodach eines Pkw darf weder seitlich noch nach vorn über den Wagen hinausragen", erläutert der Verbandsjurist Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD). "Nur nach hinten darf sie maximal 1,50 Meter überstehen, sie muss aber ab einem Meter Überstand mit einem roten Schild oder Zylinder, einer roten Fahne oder bei Dunkelheit mit einem roten Licht gekennzeichnet werden."

Der Verkehrsrechtsexperte empfiehlt, sich besonders um die Sicherung der Ladung zu kümmern. Wer beispielsweise einen Gepäckträger auf dem Autodach benutzt, sollte das Transportgut mit Spanngurten, elastischen Expandern, Gepäckspinnen oder Schnüren gut befestigen, damit er nicht andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Diese Pflichten ergeben sich aus Paragraf 22, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO).

"Die Regel schreibt vor, dass die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen nach den anerkannten Regeln der Technik so zu verstauen und zu sichern sind, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen", sagt Engelmohr. Falls Teile oder die komplette Ladung verloren gehen, muss der Fahrer mit Geldbußen von 10 bis 60 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg rechnen.

Aber auch wer seine sperrigen Einkäufe aus dem Baumarkt im Kofferraum verstaut und mit geöffneter Heckklappe fährt, sollte die Gegenstände gut sichern. Weder Kennzeichen, Blinker, Brems- oder Rücklichter dürfen durch die Ladung verdeckt werden.

Doch nicht jeder Einkauf lässt sich im eigenen Wagen nach Hause kutschieren. Die Waschmaschine ist womöglich zu schwer für den Kofferraum. "Jedes Auto darf nur so viel Ladung aufnehmen, wie in den Papieren vermerkt ist", betont Engelmohr. Er empfiehlt das Beladen: "Je schwerer der Gegenstand ist, desto weiter vorn im Kofferraum sollte er liegen." Für den Transport sollte der Reifendruck angepasst werden, auch der Bremsweg verändert sich durch die Fracht. "Ein kurzer Test vor der Abfahrt sollte auf einem abgelegenen Teil des Parkplatzes durchgeführt werden", rät der AvD-Jurist.

Engelmohr weist außerdem darauf hin, dass lose Teile wie Atlanten, Straßenkarten oder ein Verbandskasten nichts auf der Hutablage verloren haben. "Diese achtlos abgelegten Teile können bei einem plötzlichen Bremsmanöver zum Geschoss werden", warnt der Anwalt. "Das gilt auch für Kombis ohne Trennnetze: Gepäckstücke nur so hoch stauen wie die Rückenlehne reicht."

Wer sich den Stress ersparen will, bucht am einfachsten einen Lieferservice – viele Firmen bieten das zu verträglichen Preisen an.