Die US-Justiz hat fünf frühere Manager und Entwickler von Volkswagen wegen deren Verwicklung in den Dieselskandal weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Das berichtet der Rechercheverbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR. Ihnen wird Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen.

Wie SZ, WDR und NDR weiter berichten, halten sich die Gesuchten derzeit in Deutschland auf. Mit einer Auslieferung an die USA müssen die fünf beschuldigten Manager indes nicht rechnen. Dies verbietet das Grundgesetz. Ausgenommen davon sind Verbrechen, die Deutsche im Ausland begangen haben und vom internationalen Gerichtshof geahndet werden. Gleichwohl können die Beschuldigten Deutschland nun nicht mehr verlassen – ohne zu riskieren, von einem anderen Land verhaftet und an die USA überstellt zu werden.

Der Konzern wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Unter den Gesuchten sind auch zwei Vertraute des früheren VW-Vorstandschefs Martin Winterkorn.

Bereits Anfang des Jahres hatte die US-Bundespolizei FBI einen VW-Manager während eines Zwischenstopps in den USA am Flughafen in Miami festgenommen. Er war bis März 2015 in leitender VW-Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut. Ihm drohen nach Angaben des US-Justizministeriums bis zu 169 Jahre Haft.

Hintergrund der Ermittlungen sind die umfangreichen Abgasmanipulationen, die Volkswagen im September 2015 eingestehen musste. So wurden die Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid nur auf dem Prüfstand eingehalten, im Straßenverkehr sind sie dagegen um ein Vielfaches höher. Weltweit sind elf Millionen Dieselautos betroffen.

Die US-Behörden haben den Konzern bereits zu außergerichtlichen Vergleichen gezwungen und Bußgelder auferlegt. Der Skandal kostete das Unternehmen bislang mehr als 22 Milliarden Euro. Tausende VW-Aktionäre und Autokäufer haben Volkswagen auf Schadenersatz verklagt, gegen eine Reihe von Managern des Konzerns laufen auch in Deutschland Ermittlungsverfahren wegen Betrugs, Marktmanipulation von Aktienkursen und rechtswidriger Datenlöschung. Betroffen sind auch Konzernchef Matthias Müller, Markenchef Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Sie weisen die Anschuldigungen zurück.